Tausendsassa des Handwerks

Veröffentlicht am 9 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Seit 2020 führt Bernhard Vock seinen eigenen Betrieb. Man könnte meinen, seine Berufswahl sei ihm in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater und ein Onkel waren ebenfalls Tapezierer. Bernhard hatte dafür auch genügend Fachkenntnisse, denn er hatte den Meisterkurs als Tapezierer und Dekorateur erfolgreich abgeschlossen. Aber Bernhard entschied sich lange Zeit ganz anders. 25 Jahre verbrachte er in Australien und studierte dort unter anderem Gesundheitswissenschaften.

In der Folgezeit arbeitete sich Bernhard bis zum akademischen Direktor eines Kollegs in Sydney hinauf. Seine Schwerpunkte waren Innovation und Offenheit zu neuen Technologien, daher erwarb er sich viel Expertise in Fernlehre und Online-Learning. Nach seiner Rückkehr nach Wien entschied sich der heute 54-Jährige dann doch, die Familientradition weiterzuführen.

Bernhard teilt sich mit einer Kollegin, Doris Krenn von der Wohnraumoase, ein Geschäft und eine Werkstatt. Die beiden betreiben zwar zwei separate und unabhängige Firmen, arbeiten allerdings in sehr enger Kooperation zusammen. Da auch Bernhards Branche vom akuten Mangel an Fachkräften betroffen ist, gehört Kooperation für ihn zum Arbeitsalltag.

Unser Interviewpartner Bernhard Vock arbeitet als Raumausstatter

 

Bernhard, wann hast du dein Talent im Bereich der Raumausstattung entdeckt? Warum ist die nachhaltige Verarbeitung und Bearbeitung von unterschiedlichen Materialien besonders wichtig? Spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit deiner Materialien eine zentrale Rolle im Unternehmen?

Als kleines Kind bin ich mit auf die Baustellen meines Vaters gegangen und bin bereits als 3- oder 4-Jähriger auf die Leiter meines Vaters geklettert. Mein Rück- bzw. Quereinstieg mit meiner langjährigen Berufs-, Management- und Lebenserfahrung ermöglicht es mir, über den traditionellen Tellerrand zu sehen. Damit eröffnen sich auch Tür und Tor für innovatives Denken, Planen und Einsetzen von neuen Materialien, Werkzeugen und Techniken. Für mich eine Synergie zwischen klassischem Tapezierer-Handwerk und etwas Neuen. Hier spielt Nachhaltigkeit selbstverständlich eine immer wichtiger werdende Rolle. Im Berufsalltag bedeutet das für mich vor allem Unterstützung regionaler Firmen, sprich Einkauf bei Betrieben entweder im Bezirk, der Stadt, in Österreich oder zumindest in der EU. Bei den Materialien bin ich natürlich von den Herstellern abhängig. Allerdings ist auch hier ein starkes Umdenken zu sehen. Zum Beispiel hat der österreichische Sonnenschutzhersteller LEHA den Einsatz von Plastikverpackung dramatisch reduziert. Ein weiterer Grund für mich, LEHA Produkte zu vermarkten und zu verkaufen.

 

Kannst du einen gewissen Erfolg garantieren oder kann es auch passieren, dass deine Arbeit nicht den gewünschten Erfolg erzielt? Ist es beispielsweise schon einmal vorgekommen, dass nach der Umgestaltung eines Raumes der Kunde nicht zufrieden war? Wie reagierst du in solchen Situationen? Haben deine Kunden generell immer Entscheidungsfreiheiten oder berätst du sie beispielsweise bei der Farbauswahl für die Wände?

Prinzipiell ist jede Arbeit, die wir oder jeder andere legitime österreichische Betrieb ausführt, gesetzlich garantiert. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass alle Kunden immer zufrieden sind. „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“ Ja, allerdings sehr selten, erzielt die Arbeit nicht den gewünschten Erst-Erfolg. In diesen Fällen arbeiten wir an Lösungen, bis der Kunde oder die Kundin zufrieden ist. Aber wie gesagt, das kommt sehr selten vor. Selbstverständlich hat der Kunde bzw. die Kundin Entscheidungsfreiheit im Rahmen des Machbaren. Ich berate vor allem in Bezug auf die effiziente und stilvolle Ausführung. Bei Farben warne ich immer vor zu dunklen Farben und ich schlage auch oft Materialien und Ausführungen vor, an die im Vorfeld nicht gedacht worden sind. Dafür gibt es uns Spezialisten ja auch.

 

Welche Utensilien brauchst du bei deiner täglichen Arbeit als Raumausstatter? Hast du beispielsweise immer verschiedene Stoffproben mit, um deinen Kunden deine Ideen besser präsentieren zu können? Welche Rollen spielen mittlerweile auch verschiedene Computerprogramme, bei welchen der Kunde mittels einer 3D-Ansicht einen guten Einblick in die Planung bekommt?

Als Tapezierer habe ich eine unglaubliche Bandbreite an Werkzeugen. Was ich allerdings immer brauche, sind ein Maßstab, mein Lasermessgerät und mein Handy. Mit diesen drei Utensilien messe ich aus und dokumentiere, um später Kostenvoranschläge für die Kunden zu erstellen. Der Maßstab und das Handy spielen auch bei der Umsetzung eine zentrale Rolle. Physische, also analoge Kollektionen gehören auch zum Alltag. Der Computerbildschirm ist zwar für eine Vorselektion sehr gut geeignet, aber nichts ersetzt die haptische und optische Erfahrung und Eindruck vor Ort unter realen Lichtbedingungen, speziell, wenn es um die Wahl von Tapeten oder Stoffen geht. 3D-Programme setze ich vor allem dann ein, wenn wir gemeinsam mit unserem Tischler Polstermöbel komplett neu bauen. Da ist das 3D-Programm unersetzlich.

 

Welcher Kundenkreis profitiert von deiner Arbeit am meisten? Welche Fähigkeiten und damit Erwartungen deiner Kunden werden deinem Beruf häufig nachgesagt? Richten sich deine Angebote hauptsächlich an Geschäftskunden, das heißt beispielsweise an Hotels, oder auch an Privatkunden, welche ihr Haus einrichten lassen wollen?

Einfach gesagt brauchen Alle einen Tapezierer oder eine Tapeziererin, egal ob im privaten oder im gewerblichen Bereich. Unser Beruf umfasst fast alle Bereiche im Innenraum: Boden legen, Wände und Decken gestalten, Polstermöbel überziehen, Vorhänge nähen, Sonnenschutz anfertigen und montieren. Wir arbeiten mit Farben, Tapeten, allen Arten von Bodenbelägen, Sonnenschutz, Vorhängen, Möbelstoffen, Stuck, Wärme- und Schalldämmmaterial und vielem mehr. Heute lege ich einen Teppichboden in einem Schlafzimmer, morgen montiere ich Jalousien in einem Büro und übermorgen installieren wir die von uns nach Maß gefertigten, schwer entflammbaren Windvorhänge für ein Gasthaus. Dazwischen polstern wir eine Sitzecke für ein Wochenendhaus neu oder Polstern eine Tür für eine Arztpraxis.

Die Arbeit von Raumausstatter Bernhard Vock ist sehr vielseitig

 

Nachhaltigkeit und innovatives Denken bei der Einrichtungsberatung

Die Arbeit von Raumausstatter Bernhard Vock ist sehr vielseitig: Teppichböden verlegen gehört ebenso dazu das Gestalten von Wänden und Decken und das Montieren von Jalousien. Die Verwendung von nachhaltigen Materialien ist dem Tapezierermeister sehr wichtig. Wenn er bei seinen Kunden Maß nimmt und diese berät, hat er immer einen Maßstab, ein Lasermessgerät und sein Handy dabei. Sein 3D-Programm ist für den 54-Jährigen unersetzlich, wenn er gemeinsam mit einem Tischler Polstermöbel komplett neu baut.

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