Segen und Fluch der digitalen Fotografie

Veröffentlicht am 24 Juli 2019 von Verena Arnold
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In unseren digitalen Zeiten bekommt das Wort Globetrotter eine hochaktuelle Bedeutung. Schon jetzt ist es möglich, an nahezu jedem Ort der Welt seiner Beschäftigung nachzugehen. Zumal wenn es sich um eine kreative Beschäftigung handelt. Wer sein um die Welt Reisen auch noch mit dem Broterwerb direkt verbinden kann wie ein Fotograf, der seine Reisefotos zu Geld macht, schlägt mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe.

Der 57-jährige Gerold Guggenbühl wurde in Männedorf am Zürichsee geboren. Er ist verheiratet und seine Hobbys sind Fotografie, Reisen und Sport. Gerold hat eine kaufmännische Ausbildung und lange Zeit als Personalberater gearbeitet, bevor er den Versuch unternahm, von seinen Reisefotos zu leben. Das erwies sich angesichts seines gewohnten Lebensstandards als Personalberater als nicht ganz auskömmlich.

Folgerichtig ist Gerold Guggenbühl nun wieder als Personalberater tätig, ohne deswegen aber seine Fotoleidenschaft aufzugeben. Die führt er vielmehr auf der gesicherten finanziellen Grundlage einer florierenden Personalberatung für Finanzfachkräfte mit Partnern in Amsterdam und Frankfurt fort. Zusätzlich gibt Gerold auch noch Fotokurse, in denen er Schülern seine Kenntnisse und reichen Erfahrungen vermittelt.

Wir haben mit dem Fotograf Gerold Guggenbühl gesprochen

 

730 and more – was steckt hinter diesem Titel? Was fasziniert dich besonders an Fotografien, Gerold? Was hat dich letztendlich dazu bewegt, dich von deiner damaligen Karriere als Personalberater loszulösen und dich beruflich auf die Fotografie zu konzentrieren?

Nach erfolgreichen Jahren als Personalberater beschlossen meine Frau und ich, uns im 2010 auf eine mindestens 2-jährige Weltreise zu begeben. Zwei mal 365 Tage und hoffentlich mehr: 730 and more. Fotografie betrieben wir beide nur als Hobby. Auf der Reise in den USA lernten wir einen Profi-Fotografen kennen, der uns das ABC des professionellen Fotografierens beibrachte. Vor allem seit dieser Ausbildung waren wir fasziniert von der Fotografie. Als wir nach ziemlich genau 2 Jahren in die Schweiz zurück kehrten, versuchte ich als Fotograf Fuss zu fassen. Ich musste aber schnell erkennen, dass die Konkurrenz riesig und auch sehr gut ist und im digitalen Zeitalter so viele Bilder produziert werden, dass zwar die Bildagenturen weiterhin florieren, der einzelne Fotograf aber kaum mehr von seinen Bildern leben kann. Heute bieten wir nur noch Fotokurse für 1-2 Personen an, die vor allem die technische Beherrschung der Kamera als Inhalt haben.

 

Auf welche Motive konzentrierst du dich hauptsächlich? Kannst du beschreiben, was genau dich dazu bewegt, eine bestimmte Landschaft oder ein bestimmtes Gebäude in einem Bild festzuhalten?

Auf öffentliche Veranstaltungen (Sechseläuten, Drummeli Basel, Musikfestivals), Landschaft, Städte, Menschen und Tiere. Ein Fotograf hat die Möglichkeit, eine Umgebung, einen Menschen oder einen Gegenstand positiv oder negativ festzuhalten. Ich versuche immer das Positive ins Bild zu setzen. Nehmen wir irgendeine beliebige Stadt als Beispiel: Sie können die hässliche Seite zeigen, aber in jeder Stadt kann man auch schöne Szenen finden. Auch ohne Fotoapparat nimmt unser Gedächtnis Bilder in sich auf. Man kann sich über Bausünden ärgern oder man kann versuchen, seinen Blick auf schönere Dinge zu lenken. So wird einem die Stadt negativ oder positiv in Erinnerung bleiben. Selbstverständlich gilt aber auch: Schöne Sachen, schöne Bilder.

Auch Tiere fotografiert er gerne

 

Welches Utensil verwendest du für deine Fotos neben deiner Kamera am liebsten und weshalb? Welche Marke nutzt du?

Ich nehme an, da geht es um die Bearbeitung von Fotos. Vorweg: Es gibt keine unbearbeiteten Fotos. Wie auch? Man produziert mit Technik ein Bild. Wie sollte dies ohne Bearbeitung möglich sein? Ob das schon in einer digitalen Kamera geschieht oder erst am PC, macht keinen Unterschied, ausser dass man am PC viel mehr Möglichkeiten hat. Es gibt höchstens zu übertrieben bearbeitete Fotos. Gerade bei den Farben neige ich auch dazu. Aber auch im analogen Zeitalter produzierte man Negativ-Filme und erst bei der Bearbeitung in der Dunkelkammer wurden daraus ansehbare Fotos. Ohne zusätzliches Schärfen und Färben hätte jeder von uns so manches eigene Ferienfoto nicht gekauft. Zur Bearbeitung nutze ich vorwiegend Lightroom, für komplexe Veränderungen Photoshop und manchmal Spezialsoftware z.B. für Portrait-Fotos. Meine Kameramarke ist Canon. Canon oder Nikon? Das ist eine Glaubensfrage wie BMW oder Mercedes. Schlecht sind beide nicht.

 

Was versteht man unter dem Triangel der Fotografie? Welchen Themen werden in deinem Kurs zu diesem Begriff besprochen? Für wen eignet sich der Kurs?

Unter dem Dreieck der Fotografie versteht man das Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blendengrösse und Lichtempfindlichkeit des Sensors (früher Film). Also von Time Value, Aperture Value und ISO. Verändert man eine dieser Komponenten, so muss man mindestens eine andere Komponente ändern, um die gleiche Belichtung wieder zu erreichen. Wobei ISO die Qualität des Bildes stark beeinflusst. Es ist wie im Leben: Will ich etwas ändern, muss ich etwas hergeben. Gerade die Tiefenschärfe, die man vor allem mit der Blendengrösse bestimmt, bereitet vielen Hobbyfotografen Schwierigkeiten. Im Fotokurs werden sehr viele Themen kurz angeschnitten. Ganz klar fokussiere ich mich aber auf die technische Beherrschung und das Verständnis von Digitalkameras. Der Kurs ist für Amateurfotografen geeignet, die weg von den komplett automatisierten Programmen der heutigen Kameras kommen wollen. Nur sehr kurz wird die Bildgestaltung besprochen. Nach dem Kurs muss aber die Zeit vorhanden sein, um das Gelernte in der Praxis zu vertiefen. Wer meint, er könne ein paar Monate später in den Ferien die Theorie anwenden, der wird scheitern und für den ist der Kurs nicht geeignet. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass man in der Fotografie nie ausgelernt hat. Nur schon diese Fragen könnte man viel ausführlicher beantworten. Wer äusserst anspruchsvolle Themen liebt, der kann sich zum Beispiel mit der Farbenlehre auseinandersetzen. Ein hoch interessantes aber auch schwer verständliches Thema.  Auf http://730andmore.blogspot.com findet man meine Fotos.      

In der Fotografie hat man nie ausgelernt

 

Für Foto-Profis wird es zunehmend schwieriger

Die Digitalfotografie und die permanente Verfügbarkeit von Kameras über die Smartphones produzieren heute eine Vielfalt von durchaus ansehnlichen Fotos, die selbst von den vielen Plattformen für die Vermarktung kaum noch aufzunehmen sind. Hier bekommt der Interessent schon eine Lizenz für ein paar Euros. Das setzt die Hürden für den Profifotografen immer höher. So ist er gezwungen auf Portraitfotos, Reportagen und Spezialthemen auszuweichen. Und er vermittelt sein Wissen über Kurse und Seminare weiter. Womit er sich natürlich bezüglich des allgemeinen Bildermarktes neue Konkurrenz schafft.

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