„Musik ist wie eine Sprache”

Veröffentlicht am 16 August 2019 von Verena Arnold
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Als Musiker führt man zumeist ein abwechslungsreiches Leben. Man lernt im Laufe der Zeit andere Berufskollegen und viele verschiedene Bands kennen. Hier den Anschluss zu finden, Auftritte zu haben, praktische Erfahrungen zu sammeln und nicht nur zu Hause im stillen Kämmerlein zu üben, ist wohl die beste Schule. Außerdem baut man sich in der Branche ein Netz auf, von dem man nur profitieren kann. 

Thomas Binder, 29 Jahre jung und in Losenstein wohnhaft, ist selbständiger Musiker. Wenn es aber ums Musizieren gehe, fungiere man immer als Team, erklärt Thomas. Als Bassist nehme er dabei eine klare Rolle ein, sorge für das musikalische Fundament und übernehme außerdem oft technische Aufgaben wie Equipmentbeschaffung oder Tontechnik. Neben den Bandprojekten und Engagements durch Agenturen oder Bands will er sich derzeit noch ein weiteres Standbein als Privatlehrer aufbauen. 

Musikalisch war Thomas lange autodidaktisch unterwegs. Zunächst als Softwarebetreuer und in der Entwicklung von Bordnetzsystemen. Dann entschied er sich für ein Musikstudium (Jazz- und Popularmusik am Vienna Music Institute) und absolvierte dieses dann später mit Ausgezeichnetem Erfolg. 

Thomas Binder ist Musiker (Photo by Patrick Ziebermayr)

 

Du hast bereits mit 14 Jahren Gitarre spielen begonnen. Was hat dich an diesem Instrument besonders fasziniert? Spielst du auch noch weitere Instrumente?

Da sowohl mein Vater als auch zwei meiner älteren Brüder zu der Zeit Gitarre gespielt haben, war es für mich schlichtweg sehr naheliegend. Mein Interesse für den E-Bass ist dann erst mit dem Eintritt in eine Band so richtig entflammt. Das war eine Rockband und in dieser – meiner ersten Band – habe ich im weiteren Verlauf den Posten des Bandleaders übernommen und auch fast alle Songs selbst komponiert. Das führte dazu, dass ich verstehen musste, wie genau ein Drumset funktioniert und eine „Groove“ entsteht, und so habe ich mir ein gebrauchtes E-Drumset zugelegt und mir die Basics am Schlagzeug gelernt.

Vor und während des Studiums habe ich später noch die Grundlagen am Klavier gelernt. Ich würde jedoch nicht behaupten, dass ich dieses Instrument wirklich spiele, sondern nutze es in erster Linie zum Komponieren und profitiere v.a. davon, wenn ich Bass-Synthesizer spiele. 

 

Auf welcher Gitarre spielst du am liebsten? Bevorzugst du eine bestimmte Marke?

Ich war im Grunde nie ein Markenfreak oder Purist, was Instrumente anbelangt und ich sehe die Sache sehr pragmatisch. Mir ist wichtig, dass sich ein Instrument gut anfühlt, dass ich meine musikalischen Ideen darauf umsetzen kann und vor allem, dass ich mich darauf verlassen kann.

Am E-Bass habe ich mich schon ziemlich am Anfang auf 5-saiter Bässe eingeschossen – diese Konfiguration liegt mir persönlich einfach am besten und ich spiele nun seit Jahren – mit nur wenigen Ausnahmen – alle meine Konzerte und Studiosessions mit einem Sandberg California TM2, den ich selbst gebraucht gekauft habe.

Gitarre spiele ich fast ausschließlich auf meiner Takamine, die ich vor etwa neun Jahren neu gekauft habe und die mit mir schon so einiges mitgemacht hat.

Neben Gitarre spielt er auch E-Bass (Photo by Matthäus Großbichler)

 

Wenn du eine Gitarre mit einem E-Bass vergleichst, wie unterscheiden sich diese voneinander? Welche Gemeinsamkeiten weisen sie auf? Ist das Spielen einer Gitarre Voraussetzung dafür, dass man auch auf einem E-Bass spielen kann?

Es gibt viele unterschiedliche Gitarren und de facto ist der E-Bass ein Instrument aus dieser großen Familie. Bei dem Wort „Gitarre“ haben halt die meisten Menschen eine klassische Konzertgitarre im Kopf, aber das ist nur eine von vielen etablierten Formen. Rein technisch sind sich z.B. eine E-Gitarre und eine B-Gitarre sehr ähnlich. Den großen Unterschied macht der Einsatzzweck im musikalischen Kontext: Als Bassist hast du – im Normalfall – eine ganz andere Rolle als ein Gitarrist. Wenn wir von westlich geprägter Musik ausgehen, legst du als Bassist das Fundament der Band und stellst quasi das Bindeglied zwischen Rhythmus und Harmonie dar. Als Gitarrist kannst du verschiedene Rollen einnehmen – entweder das Rhythmusfundament unterstützen, das gesamte Harmonisch anreichern oder eher melodiös/solistisch in den Vordergrund treten. Dieser Unterschied erfordert verschiedene Herangehensweisen beim Spielen und Erlernen des Instruments.

Und nein, man muss nicht erst Gitarre spielen können, um E-Bass zu lernen. Es ergibt sich schlichtweg meistens einfach so, und zwar hat das aus meiner Sicht vier Gründe: 1. Ist die Funktion des Bassisten komplexer zu fassen und wirkt als Laie eher unattraktiv 2. Kann man sich am E-Bass meistens erst so richtig entfalten, wenn man mit anderen zusammen spielt. Während die Gitarre schon als blutiger Anfänger sehr viel im Solospiel hergibt 3. Ist der E-Bass physisch größer und schwerer und somit für Kinder oft schwerer zu erlernen (wobei es heutzutage schon sehr gute Instrumente für junge Bassisten gibt) 4. Wird der E-Bassunterricht an vielen Musikschulen in Österreich nach wie vor sehr vernachlässigt.

 

Welche Tipps kannst du Personen geben, die gerade mit dem Spielen eines E-Basses begonnen haben? Wenn man so erfolgreich werden möchte, wie du bist, wie viele Übungseinheiten würdest du dafür pro Woche empfehlen?

Wenn man auf einem Instrument gut spielen will, ist das wichtigste, dass man möglichst jeden Tag Musik macht. Ich sage jetzt bewusst nicht „üben“, sondern „Musik machen“ … ein gewisses Übepensum ist natürlich sehr wichtig und ohne bewusstes Üben geht es natürlich nicht. Aber der Fokus sollte immer darauf liegen, Musik zu machen und seine eigene Begeisterung am Leben zu halten und auszubauen. Ich habe viele Übeweltmeister auf der Uni kennengelernt, die jedoch auf der Bühne völlig deplatziert wirkten. Aus dem einfachen Grund, weil Musik so viel mehr ist als nur eine Abfolge von Bewegungsabläufen.

Also mein Tipp: Such dir eine Band und übe, so viel es geht, um in dieser Band dein Bestes geben zu können. Wenn es der Terminkalender zulässt, triff dich abseits mit so vielen Musikern aus so vielen Genres und Kulturkreisen wie nur möglich und mache Musik. Man kann viele Skills zu Hause erüben, aber Musik ist wie eine Sprache, und diese erlernt man am besten im Austausch mit anderen.

Warum sollte man dann überhaupt Musikunterricht nehmen? Eine gute Frage und als langjähriger Autodidakt kann ich rückblickend nur sagen, dass mir ein Lehrer zu vielen Zeitpunkten meines Weges ganz entscheidende Abkürzungen hätte zeigen können, welche ich mir selbst sehr hart und teilweise mit vielen Umwegen und Sackgassen erarbeiten musste.

Übung macht den Meister (Photo by Patrick Ziebermayr)

 

Rhythmus und Harmonie

Thomas ist durch seine Familie früh mit der Musik in Berührung gekommen. Später konnte er sein Hobby zum Beruf machen. Besonders wichtig ist ihm der Austausch mit anderen Musikern und das gemeinsame spielen in der Band. Als Bassist nimmt er dabei eine besondere Rolle in der Band ein. Denn er sorgt für eine Verbindung zwischen Rhythmus und Harmonie. Denn Musik ist eine Sprache, die gelernt sein will, und diese möchte er auch als Privatlehrer an seine Schüler weitervermitteln.

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