Mit Bildern um die Welt – vom Leben einer Reisefotografin

Veröffentlicht am 13 Februar 2019 von Verena Arnold
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Im Idealfall erzählt ein Foto eine Geschichte oder hält einen schönen Moment für immer fest. Im Jahr 2017 wurden weltweit etwa 1,2 Billionen Fotos geschossen. 2019 werden es wohl noch einige mehr sein. Dem Smartphone sei Dank, können wir fast jeden Moment unseres Lebens dokumentieren. Besonders auf Reisen ist der digitale Begleiter ständig gezückt, erst wird abgelichtet, dann geteilt. Aber was passiert eigentlich mit all diesen Fotos? Sind wir mal ehrlich, die Allermeisten landen wahrscheinlich auf verstaubten Speicherkarten oder Festplatten. Einmal archiviert, schaut man sich die Schnappschüsse dann nie wieder an. Es geht aber auch anders: Immer mehr Profi- und Hobbyfotografen knipsen mit bedacht. Sie wählen ihre Motive sorgfältig aus und nehmen sich Zeit bei der Komposition ihrer Bilder.

Um mehr über die Fotografie zu erfahren, haben wir mit Nicola Lederer gesprochen. Die 43-jährige Tirolerin hat ihre beiden Hobbys, die Fotografie und das Reisen, zu ihrem Beruf gemacht. Sie bietet Fotokurse und zusammen mit Reisebüros auch Fotoreisen an. Dazu betreibt sie eine Marketingagentur, die auf den Aufbau von Marken spezialisiert ist.

Vor ihrer Selbstständigkeit hat sie Management und Kommunikation studiert und war bei einer großen Kosmetikmarke als Marketingleiterin angestellt. Ihre Leidenschaft zur Fotografie und zum Reisen hat sie dabei immer begleitet. Auf einer ihrer Reisen, Näheres siehe unten, hat Lederer dann beschlossen mehr aus ihren Hobbys zu machen. Auf ihrem Reise- und Fotoblog (suitcaseandwanderlust.com) teilt sie ihre Erlebnisse und Fotos mit der Welt.

Reisefotografin Nicola Lederer in ihrem Element

 

Nicola, wann hast du begonnen, aktiv zu reisen? Welches Land hat dich am meisten beeindruckt? Was ist für dich besonders wertvoll am Reisen? Welches Hobby hast du neben Reisen und Fotografieren?

Ich habe vor circa sieben Jahren begonnen, viel zu reisen. Dabei habe ich jeden Urlaub und jedes lange Wochenende genutzt, um die Welt zu sehen.

Myanmar hat mich sehr beeindruckt, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich nach dieser Reise beschlossen habe, meine Flügel auszubreiten und in die Selbstständigkeit einzutauchen.

Das Besondere am Reisen sind die Erfahrungen, die ich jedes Mal aufs Neue mache. Und natürlich die Begegnungen, die Gespräche, das Eintauchen in fremde Kulturen und die fantastischen Landschaften.

Reisen und die Fotografie sind für mich schon sehr intensive Hobbys, die ich zum Beruf gemacht habe. Ich lese aber auch gerne, höre Podcasts, treffe mich mit Freunden, versuche, meine Familie in Tirol so oft wie möglich zu besuchen und mache regelmäßig Sport.

 

Du organisierst Foto-Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene. Was ist deiner Meinung nach wichtig, um einen Workshop professionell und möglichst lehrreich zu gestalten? Wie motivierst du Anfänger dazu, sich weiter zu entwickeln? Gibt es in deiner Erfahrung Beispiele, dass jemand, der einen Anfänger-Kurs besucht hat, heute erfolgreicher Fotograf ist?

Die Vorbereitung auf einen Fotokurs oder Workshop ist wichtig. Was sind die Inhalte? Wie bringe ich sie rüber? Mein Anfänger-Kurs ist so aufgebaut, dass ich die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera so „untechnisch“ wie möglich erkläre. Der Kurs hat einen roten Faden. Von der Theorie am Vormittag, geht es zur Umsetzung am Nachmittag, an dem ich zu allen Einstellungen auch Übungen vorzeige. Mir ist wichtig, dass jedem Teilnehmer am Ende des Kurses der „Knopf aufgeht“.

Die passenden Übungen und ein übersichtliches Skript mit den wichtigsten Informationen, sind genauso wichtig, wie der Spaß, der beim Kurs nicht zu kurz kommen darf. Ein paar Tage nach dem Kurs bekommen die Teilnehmer eine Liste mit Aufgaben, um sie zum Weitermachen zu motivieren. Ich lade alle Teilnehmer in eine geschlossene Facebook-Gruppe ein. Darin können sie ihre Fotos teilen, Fragen stellen oder sich Anregungen holen.

Meinen Anfänger Kurs gibt es ja erst seit einem Jahr. Aber ich habe Teilnehmer, die meine Foto-Workshops besucht haben, beziehungsweise mich auf einer Fotoreise begleitet haben, die wirkliche fantastische Bilder machen.

Myanmar in Südostasien beeindruckte die 43-Jährige besonders

 

Was, denkst du, braucht man heutzutage, um ein guter Fotograf zu werden? Wo liegt, deiner Meinung nach, der Unterschied zwischen Fotografie als Kunst und Fotografie als Gewerbe? Würdest du dich selbst als Künstlerin bezeichnen?

Das ist eine interessante Frage. Ich selbst verdiene mein Geld nicht damit, Aufträge für Hochzeiten oder andere Events anzunehmen. Meine Stärken liegen anderswo, zum Beispiel in der Landschaftsfotografie. Da ist es meiner Meinung nach noch schwieriger, Geld zu verdienen.

Es gibt großartige Fotografen für jedes Genre, ob Hochzeit, Fashion, Produktfotografie oder eben Landschaftsfotografie. Insgesamt ist es ein hart umworbenes Gewerbe, der Preiskampf ist enorm und es gibt viel Konkurrenz. Da muss jeder für sich entscheiden, ob er das möchte oder nicht.

Ich habe mich noch nie als Künstlerin bezeichnet. Ich würde eher sagen: Fotografin aus Leidenschaft.

 

Welche Tipps würdest du den Menschen geben, die gerne durch die Welt reisen möchten? Womit müsste man anfangen, wenn man seine erste Reise unternehmen will? Was sagst du den Leuten, die es nicht wagen, allein zu reisen?

Der erste Tipp, den ich jedem geben möchte, ist offen zu sein. Reisen verlaufen nicht immer wie geplant, man verpasst einen Bus oder ein Geldautomat funktioniert nicht. Es passieren immer kleine Dinge, die die  Reiseplanung durcheinanderbringen. Das muss man einfach wegstecken und sich auf die schönen, positiven Dinge konzentrieren.

Die Planung der Reise ist wichtig. Sich vorher ein wenig in die fremde Kultur einzulesen, schadet auch nicht. Gleichzeitig empfehle ich aber auch, der Reise etwas Flexibilität zu lassen – vor allem, wenn man viel fotografiert.

Wer noch nie allein gereist ist und es sich auch nicht so recht traut, sollte sich ein „einfaches“ Ziel vornehmen oder mit einem Städtetrip beginnen. Wer das gar nicht möchte, kann sich kleinen Gruppen anschließen. Da ist man unter Gleichgesinnten, lernt dazu und wird zu den schönsten Plätzen gebracht. Außerdem hat man in Ruhe Zeit für die Fotografie.

Wer reisen möchte, sollte laut der Fotografin offen sein

 

Viel Leidenschaft und eine gesunde Portion Theorie

Die Welt sehen und dabei ein paar Fotos machen. Das klingt wie ein absoluter Traumjob, wer davon leben will, muss aber einiges mitbringen. Zunächst eine Menge Leidenschaft für die Materie und ebenso viel Mut sich der zahlreichen Konkurrenz zu stellen. Dazu noch eine ordentliche Portion Knowhow sowie starke Nerven. Nicola Lederer bringt all das mit und teilt ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit jedem, der es möchte. Gut so, denn Fotos gibt es eigentlich genug, über 1000 Milliarden kommen jährlich dazu, aber gute Fotos, die Geschichten erzählen und in Erinnerung bleiben, kann es nie genug geben. Wir bedanken uns bei Nicola Lederer für das eindrückliche Interview.

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