Kunstvolles Schreiben für viele Gelegenheiten

Veröffentlicht am 14 Januar 2019 von Verena Arnold
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Die Kalligraphie ist eine uralte Kunst, die durch das moderne Schriften-Design fortgesetzt wird. Schriften in allen vorstellbaren Formen, von antik über klassisch bis ultramodern, von zierlich und verschnörkelt bis fett und kompromisslos sind heute darstellbar. Über den Computer oder per Hand, heutige Schriften-Designer sind in der Lage, die passende Schrift zu jedem Anlass und jedem Zweck zu produzieren.

Die erst vor wenigen Wochen 40 gewordene Katja Haas ist aus der Südoststeiermark in der Nähe von Graz gebürtig. Sie hat Touristikkauffrau gelernt und ihr Diplom gemacht. Nachdem sie ein paar Jahre ihren Beruf an den Rezeptionen von Hotels der gehobenen Kategorie ausgeübt hatte, entdeckte Katja ihre Liebe zu Grafik und Web-Design. In einer Werbeagentur und ergänzenden Kursen hat sie ihr Handwerk gelernt.

Ihre Design-Agentur betreibt Katja Haas als One-Woman-Show. Dabei kann sie auf ein Netzwerk von Geschäftspartner zurückgreifen, das sie mit ihren jeweiligen Kernkompetenzen bei der optimalen Ausführung ihrer Aufträge unterstützt. Katja ist außerdem Autorin diverser Bücher über das Lettering, veranstaltet Workshops und bringt sich in viele neue Lettering-Projekte und -Kooperationen ein.

Unsere Interviewpartnerin Katja Haas

 

Katja, wie bist du zum Grafik-Design gekommen und wann hattest du deinen ersten Kontakt mit Handlettering und Kalligraphie? Was fasziniert dich daran? Was genau machst du als Grafik-Designerin, Autorin und Handlettering-Künstlerin? Hast du dein Hobby zum Beruf gemacht?

Ich war als Kind schon immer sehr kreativ. Zeichnen, malen, basteln … ganz egal, Hauptsache Papier & Farben. Nach meiner Ausbildung zur Dipl. Touristikkauffrau habe ich ein paar Jahre als Rezeptionistin in der gehobenen Hotellerie gearbeitet. Außer dem täglichen Gestalten der Menükarten war das ein nicht so besonders kreativer Job. Er hat mir aber dennoch viel Spaß gemacht. Ich verspürte aber eines Sommers, dass es da noch mehr geben muss und so bin ich über eine Ausbildung zum Webdesigner bei Grafik-Design gelandet. Dieses Handwerk habe ich anschließend in einer Werbeagentur durch harte Schule und viel Willenskraft erlernt.

In meiner Selbständigkeit als Grafik-Designerin hatte ich viel mit Papier zu tun. Hochwertiges Papier hat mir schon immer sehr gut gefallen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, unterschiedliche Papier-Musterbücher zu studieren und zu begreifen. Mir ist nämlich wichtig, dass man Qualität nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Dieses Thema hat sich spätestens dann noch mehr intensiviert, als Letterpress ins Spiel kam und ich mir gemeinsam mit meinem Mann tonnenschwere in die Jahre gekommene Druckmaschinen ins Haus geholt habe. Damals wurden auch die Anfragen von Hochzeits-Papeterien immer mehr, und da konnte ich mich mit unterschiedlichen Papiersorten vollkommen ausleben. Das war auch der Zeitpunkt, wo mein Label „PapierLiebe“ entstanden ist, das anfangs nur ein Nebenbei-Herzens-Projekt war, sich jedoch sehr rasch etabliert hat.

Schriften waren für mich als Grafik-Designerin allgegenwärtig. Kalligrafie hat mir dabei schon immer super gut gefallen und die Idee, selber mit Feder & Tinte zu schreiben, nahm 2015 konkrete Formen an. Ich habe mich auf Anhieb in die moderne Kalligrafie verliebt und dazu unterschiedliche Onlinekurse (damals gab es ausschließlich welche aus dem amerikanischen Raum) belegt. Ich hab mir anschließend auch unterschiedliche Stifte gekauft (viele davon konnte ich auch nur aus Amerika oder Japan importieren) und habe vieles ausprobiert. Nachdem Ende 2015 meine Mama plötzlich und unerwartet verstorben war, habe ich mir vorgenommen, im neuen Jahr etwas für mich zu machen. Etwas, das mir Spaß macht, mich entspannt und nichts mit der Arbeit zu tun hat. Dachte ich damals zumindest … und dann stand tägliches Üben auf dem Programm. Und so wurde aus meinem anfänglichen Hobby auch mein Beruf.

Katja bietet auch Lettering-Workshops an

 

Als Handlettering-Künstlerin bietest du auch einen Lettering-Workshop an. Für wen eignet sich eigentlich der Workshop und was können deine Teilnehmer dabei erlernen? Wie lange dauert so ein Workshop in der Regel und wie hoch sind die Kurskosten?

Meine Lettering-Workshops richten sich in erster Linie an Anfänger. Fortgeschrittenen-Workshops sind in Planung. Wir lernen in meinen Brush-Lettering-Workshops wirklich alles von der Pike auf, beginnend von Material, Basiswissen, Technik, Grundübungen bis hin zum Buchstabenaufbau. Das klingt etwas trocken, ist aber jedenfalls sehr wichtig. Da es sich um ganztägige Workshops handelt, wird der Nachmittag dann jedoch etwas kreativer und freier gestaltet. Hier hantieren wir dann mit viel Farbe und unterschiedlichen kreativen Techniken und zaubern wunderschöne Sprüche auf Papier. Die Kurskosten für einen ganztägigen Workshop inkl. Goodie-Bag zum mit-nach-Hause-nehmen und Workshop-Unterlagen kostet zwischen € 159,– und € 179,– (abhängig von Location).

 

Kannst du uns kurz erklären, worin eigentlich der Unterschied zwischen einer Handschrift und Kalligraphie liegt? Was bedeutet dann Lettering? Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Brushlettering und Handlettering? Welche Schreibgeräte werden bei diesen verschiedenen Schriftarten verwendet?

Handschrift ist die gewöhnliche Schrift, die sich jeder im Laufe der Jahre angeeignet hat. Unter klassischer Kalligrafie versteht man das Schönschreiben. Hier wird auf eine exakte Ausführung der Buchstaben bzw. auf  Linienführung geachtet. Die moderne Kalligrafie ist eine lockere Schriftform, die vielleicht noch Ansätze der klassischen Kalligrafie hat, jedoch ohne fixe Regeln auskommt. Dabei gibt es viel künstlerische Freiheit und Interpretationsmöglichkeiten. Lettering kommt ja ursprünglich vom Beruf der Schriftgestalter und Schildermaler. Beim Lettering werden Buchstaben auch wirklich gezeichnet bzw. konstruiert und nicht geschrieben. Handlettering bedeutet, dass die Buchstaben von Hand gezeichnet werden. Unter Brush-Lettering versteht man das Schreiben bzw. Zeichnen mit dem Pinsel oder Pinselstift (Brush Pen) und ist meines Erachtens auch ein Teilbereich von Handlettering.

 

Was wird überhaupt benötigt, um erfolgreich schön schreiben zu können? Und was zählt eigentlich bei der Kalligraphie? Braucht man dafür spezielle Vorkenntnisse? Wie schnell ist es deiner Erfahrung nach möglich, Kalligraphie zu erlernen?

Eine schöne Handschrift ist keine Grundvoraussetzung für Handlettering. Es geht nämlich dabei nicht darum, schön, exakt und gleichmäßig zu schreiben (so wie in der klassischen Kalligrafie), sondern die Buchstaben zu konstruieren, sie zu verzieren und mit anderen Schriftarten zu kombinieren. Das kann man sehr gut lernen. Eine der größten Herausforderungen ist es sicher, den richtigen Umgang mit dem Pinselstift oder Brush Pen oder auch der Spitzfeder zu erlernen. Das sieht sehr einfach aus, ist es aber nicht. Ich wollte anfangs auch gleich schreiben können und nicht unbedingt von Null beginnen: dicke Abwärtsstriche, dünne Aufwärtsstriche, Grundübungen, Buchstaben konstruieren usw. Ich gebe zu, dass das anfangs etwas mühselig ist, aber wenn man den Dreh erst einmal heraus hat, kann man das unabhängig vom Schreibwerkzeug immer wieder gleich anwenden. Man muss viel üben, das genügt.

Um zu so einem Endergebnis zu kommen, braucht man viel Übung

 

Digital oder per Hand, Kalligraphie ist immer gefragt

Digitale Kalligraphie und Handlettering sind kein Widerspruch, sondern ergänzen einander. Digital kann der Grafik-Designer auf eine kaum noch überschaubare Zahl von Schriften zurückgreifen. Aber die Kalligraphie von Hand ist natürlich nach wie vor abhängig vom Können des einzelnen Künstlers. Hier können Techniken, Farben und Materialien eingesetzt werden, die das jeweilige Endprodukt zu einem einzigartigen Kunstwerk machen. Das Vergnügen, schöne Schriften per Pinsel, Feder oder Stift zu produzieren, bringt manchen Schriftenliebhaber dazu, an entsprechenden Schulungen oder Workshops teilzunehmen.

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