Klavier spielen fördert gleich mehrere Fähigkeiten

Veröffentlicht am 15 Mai 2019 von Verena Arnold
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Wer Klavier spielen lernt, lernt nicht einfach nur zu musizieren. Das Klavier ist ein Instrument, das ausgesprochen vielseitig ist und auch den Benutzer auf vielfältige Weise fordert und fördert. So verbessert Klavier spielen die Konzentrationsfähigkeit, fördert Durchhaltevermögen und Disziplin und auch die Gedächtnisleistung, sowie die emotionale Intelligenz, aber auch die Fähigkeit, mit sich selbst im Kontakt zu stehen. So bereichert Klavier spielen das Leben auf vielfältige Weise.

Wir haben darüber mit der Pianistin und Klavier-Pädagogin Theresia Schumacher aus Wien gesprochen. 1968 in Trier geboren, verbrachte sie ihre Kindergarten- und Grundschulzeit in Mailand. In Saarbrücken besuchte sie die weiterführende Schule, machte ihr Abitur und studierte das Fach Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Klavier.

Anschließend war sie zuerst als hauptamtliche Lehrkraft in Obernburg/Main tätig und sammelte dann Erfahrungen an mehreren Stationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Darauf folgend erwarb sie die Zusatzqualifikation im Fach Musiktherapie und widmete sich der Arbeit mit ADHS- und Autismus-Betroffenen, sowie mit  Wachkomapatienten in Nordrhein-Westfalen und in der Schweiz bis sie ihr Weg nach Wien führte, wo sie heute lebt und arbeitet. Sie erteilt Klavierunterricht, sowohl als Privatklavierlehrerin wie auch als VHS-Kraft. Zudem gibt sie gemeinsam mit Setareh Najfar-Navi an der Violine als Duo Artdeco Wien Kammermusik-Konzerte und spielt dabei zum Beispiel Raritäten von Komponistinnen des 19. und 20. Jh. aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Kroatien.

Theresia Schumacher ist Pianistin und Klavier-Pädagogin

 

Theresia, Du hast bereits mit 4 Jahren mit dem Klavierspielen begonnen. Wie hat das Klavierspiel und die Musik dein Leben geprägt? Was bedeutet Musik und deine Verbindung zum Klavier für dich?

Ich habe früh mit dem Klavierspielen begonnen, und es hat mich nie losgelassen. Im Alter von 11 Jahren stand mein Berufswunsch, immer Klavier zu spielen und es zu unterrichten, fest. Die Vielseitigkeit des Klaviers fasziniert mich. Mit jeder neuen Komponistin und jedem neuen Komponisten geht man auf eine neue Entdeckungsreise in eine neue Zeit und eine neue Welt an Farben, Formen und Empfindungen. Das empfinde ich als sehr erfüllend und finde mich als Person dadurch sehr bereichert.

 

Weshalb rätst du Personen eines jeden Alters zum Klavierspielen? Was ist das Besondere am Klavier im Vergleich zu anderen Instrumenten?  Welche Vorteile bringt das Klavierspielen mit sich?

Das Klavierspielen bietet einen Rückzugsort zu sich selbst, eine extrem sinnvolle Aktivität, um mit sich in einen Dialog zu treten. Denn es fördert Kompetenzen wie Zuhören, Textverständnis, planvolles kreatives Handeln, Feinmotorik wie auch aktives Körperbewusstsein, Merkfähigkeit und ästhetisches Empfinden.

Das Klavierrepertoire reicht vom frühen Barock bis in die zeitgenössische Musik und ist in allen Sparten zu Hause: man kann solistisch spielen, man kann andere Instrumentalist*innen begleiten, man kann Sänger*innen im Liedgesang begleiten, man kann ganze Opernorchester vertreten. Im kammermusikalischen Kontext (vierhändig oder mit anderen Instrumenten oder mit Sänger*innen) schafft es gemeinschaftliches Erleben von schöpferischen Prozessen und Ergebnissen.

 

Welche Hilfsmittel gibt es, die das Klavierspielen für Anfänger  erleichtert? Welche Utensilien benutzt du selber gerne und häufig?

Hilfsmittel und Utensilien im engen Sinne benutze ich keine. Es gibt natürlich Klavierschulen (Lehrhefte) und weiterführende Literatur. Zudem brauchen wir ein Metronom, um stabile Metren und Tempi einzuüben. Zusätzliche methodische Hilfsmittel kann man sich selbst anfertigen, um beispielsweise die Noten-, Intervall- und Harmonielehre „begreifbar“ zu machen. Für sehr entdeckungsreich halte ich das aktive Singen, das Improvisieren, z. B. die Vertonung kleiner selbstgemalter Bilder und selbst erfundener Geschichten und natürlich vielfältige, hochwertige Konzertbesuche.

 

Weshalb ist es nach deiner Ansicht ganz besonders wichtig, das im Unterricht besprochene zu Hause selbstständig zu üben? Wie lange sollte  man täglich am Klavier üben?

Eine Unterrichtsstunde vermittelt sehr viele und sehr komplexe Inhalte, Techniken, Spielprozesse, die während der Stunde idealerweise so lange ausprobiert werden, bis sie zufriedenstellend funktionieren. Leider sind feinmotorische Prozesse von einem raschen Abflachungs- und Vergessensprozess bedroht. Es braucht sehr viel automatisierter Routine im ständigen und immer und immer wiederholten Übeprozess, um diese Fertigkeiten in unserem motorischen und akustischen Gedächtnis anhaltend und auf Abruf zu verankern. Die wirklich intensive Konzentrationsfähigkeit, heißt es, liegt bei Anfängern bei ca. 20-30 Minuten. Das lässt sich auf einige Stunden durch regelmäßiges und gutes Üben steigern. Zwei bis drei Übeeinheiten über den Tag verteilt sind sehr klug eingeteilte Trainingszeit, und man spürt rasch die Fortschritte.

Das Klavierspielen begleitet die gebürtige Triererin seit ihrer Kindheit

Mehr als nur Musik

Da Klavier spielen, so viele Fähigkeiten fördert, die auch in anderen Bereichen des Lebens gebraucht werden, kann man sagen, dass Klavierunterricht eine Investition in ein erfolgreiches Leben sein kann. Schon die Art wie musizieren die Gehirntätigkeit fördert und dabei Bereiche stimuliert, die für beständiges Lernen zuständig sind, ist Grund genug, die Kunst des Klavier spielen zu erlernen.  Wir danken Theresia Schumacher für dieses informative Gespräch.

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