Kein Mensch existiert für sich alleine

Veröffentlicht am 5 Mai 2020 von Verena Arnold
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Um Menschen dabei zu helfen, mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden in ihrem Leben zu erreichen, wenden Coaches und Therapeut_innen verschiedene Methoden und Theorien an. Besonders wichtig ist dabei, die hilfesuchende Person nicht als unabhängiges Individuum zu betrachten, sondern in verschiedene Systeme einzubetten. Jede Person hat eine Familie, Freund_innen oder Arbeitskollegen_innen, die einen wechselseitigen Einfluss ausüben. Viele Probleme und Beschwerden sind darauf zurückzuführen, dass in diesen Systemen Schwierigkeiten aufgetreten sind, die es zu beheben gilt. Um diese umfassend aufzudecken, bietet die systemische Aufstellung eine sehr effektive Methode. 

Silvia Pinter ist 42 Jahre alt und wurde im Burgenland geboren. Seit vielen Jahren ist Wien ihr Lebensmittelpunkt. Sie ist Mutter einer wunderbaren Tochter und Katzenmama, Naturliebhaberin und begeisterte Tänzerin. Beruflich ist sie als Aufstellungsleiterin (www.wurzelnundsterne.at) und als Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (www.silviapinter.at) tätig. Zunächst studierte sie Französisch und Religionspädagogik und arbeitete einige Jahre als Lehrerin in einer BAfEP (Bundesanstalt für Elementarpädagogik) – wenige Stunde tut sie das auch heute noch. Sie war auch als Beratungslehrerin tätig. 

Während dieser Zeit nahm sie selbst des Öfteren an Aufstellungen als Repräsentantin teil, da sie diese Arbeitsweise faszinierte. Deshalb entschied sie sich, selbst den Weg der Aufstellungsleiterin einzuschlagen und machte eine Ausbildung dazu bei der Aufstellungsleiterin ihres Vertrauens. Schon sehr früh beschäftigten sie tiefgehende Fragen. Sie wollte das Leben verstehen und ergründen, wie man ein Gefühl von Sinn und innerer Zufriedenheit entwickeln kann. Sie wollte wissen, was das Leben lebenswert und erfüllend macht. Zu diesem Zweck begann sie, sich mit psychologischen und spirituellen Themen zu beschäftigen. Einerseits eignete sie sich Wissen aus Büchern an, andererseits begab sie sich auf einen intensiven Selbsterfahrungsweg mit Hilfe von verschiedensten Methoden wie Psychotherapie, Meditation, Aufstellungen, Tanz, schamanische Heilweisen oder Rebirthing. Auf diesem Weg war ihr die Natur stets eine wichtige Kraftquelle. 

Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung, wie hilfreich und bereichernd es sein kann, an sich selbst und seinem Blick auf das Leben zu arbeiten, entstand in ihr der Wunsch, ihr Wissen und ihre Erfahrungen auch anderen zur Verfügung zu stellen. Sie kann sich keine schönere und erfüllendere berufliche Tätigkeit vorstellen, als Menschen auf ihrem persönlichen Entwicklungsweg zu begleiten, ihnen in Krisen zur Seite zu stehen und sich gemeinsam mit ihnen über ihre Fortschritte und Erfolge zu freuen. 

Mittlerweile bietet sie schon seit fünf Jahren Aufstellungen an und kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Zwei Jahre später begann sie noch mit der Ausbildung zur Psychotherapeutin, die sich aktuell dem Ende zuneigt. Sie arbeitet seit einem Jahr selbständig in eigener Praxis mit Fachrichtung Psychodrama. In ihrem Ein-Personen-Unternehmen macht sie alles selbst. Bei Aufstellungen hat sie Unterstützung durch Personen, die sich als Repräsentant_innen zur Verfügung stellen. Hintergrund ihres Unternehmens ist der Wunsch, Menschen, die leiden oder mit ihrem Leben unzufrieden sind, zu helfen, ein gutes und zufriedenes Leben zu gestalten und zu führen.

Silvia Pinter bietet Aufstellungen an

 

Silvia, welche Qualitäten bietet dir dein Beruf? Was kannst du wiederum deinen Kunden weitergeben?

Als Aufstellungsleiterin schätze ich es sehr, mit Menschen zu arbeiten, die daran interessiert sind, sich selbst weiterzuentwickeln und dafür bereit sind, sich mit meiner professionellen Unterstützung ihren „Systemen“ wie Familie, Arbeit oder Körper zuzuwenden. Ich empfinde es als Privileg, das Vertrauen dieser Menschen entgegengebracht zu bekommen und bin mir der Verantwortung, die dies mit sich bringt, bewusst. Zudem genieße ich es auch sehr, dass Aufstellungsarbeit primär in der Gruppe stattfindet, da ich überzeugt bin, dass wir Menschen als soziale Wesen besonders in wohlwollenden Gruppen Heilsames erleben können.
Ich denke, ich kann meinen Klient_innen Kompetenz, ehrliches Interesse an ihnen und ihren Lebensthemen, Begeisterung für mein Tun und einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Aufstellungen bieten.

 

Was versteht man unter einer systemischen Aufstellung und wie läuft diese bei dir ab?

Der Begriff „systemisch“ drückt für mich aus, dass wir Menschen schon pränatal in ein Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen eingebettet sind. Kein Mensch existiert für sich allein. Wir sind auf soziale Bindungen angewiesen. Gestalten sich diese nährend und wertschätzend, geht es uns gut. Es kommt aber auch vor, dass Bindungen zu Verstrickungen werden und so unser Leben verkomplizieren.
Wir bewegen uns ständig in Systemen: in unseren Herkunfts- und aktuellen Familien, an unserem Arbeitsplatz, innerhalb unserer Freundesgruppe und als Teil der Gesellschaft, in der wir leben. Ebenso kann unser Körper als System betrachtet werden, in dem Vieles zusammenwirkt und in dem es zu Störungen kommt, wenn ein Rädchen im System blockiert.

Aus diesem Grund wirkt sich Veränderung im System immer auf alle Beteiligten aus. Diese Tatsache nutze ich bei einer Aufstellung, um durch gezielte Interventionen eine Verbesserung im System herbeizuführen.
Vor jeder Aufstellung findet ein Gespräch statt, das der Klärung des Anliegens und der Erhebung relevanter Fakten dient. Ich führe dieses Vorgespräch gerne ein paar Tage vor der Aufstellung entweder persönlich oder telefonisch. Nach der Aufstellung ist ein Nachgespräch sinnvoll. So kann man das Erlebte gut integrieren. Und konkrete Schritte für einen guten Transfer in den Alltag können entwickelt werden.

Aufstellung in der Gruppe
Die aufstellende Person wählt Stellvertreter_innen – auch Repräsentant_innen genannt – für sich und andere Personen oder Aspekte, die für die Klärung des Anliegens relevant erscheinen, aus den anwesenden Personen und stellt diese intuitiv im Raum auf. Sie führt sie an den Platz, der sich in diesem Moment richtig anfühlt. Danach nimmt sie wieder am Rand des Raumes Platz und beobachtet das Geschehen.
Die Stellvertreter_innen werden nach ihrem Befinden, ihren Wahrnehmungen und Impulsen befragt. Aus den Rückmeldungen leitet sich ab, wie weitergearbeitet wird.
Die aufstellende Person selbst kommt meist erst am Ende in die Aufstellung. Möglicherweise erscheint aber auch ein Rollenwechsel während der Aufstellung als sinnvoll. 

Aufstellung im Einzelsetting
Im Prinzip funktioniert eine Aufstellung im Einzelsetting genauso wie eine Aufstellung in der Gruppe. Anstelle von menschlichen Stellvertreter_innen werden Figuren oder Bodenanker (Papierscheiben, die auf dem Boden platziert werden) verwendet. Da diese keine direkten, verbalen Rückmeldungen geben können, fühlt sich die aufstellende Person in die jeweiligen Positionen ein.

Immer wieder höre ich von Erfahrungen mit Aufstellungen, nach denen sich die aufstellenden Personen oder die Repräsentant_innen allein gelassen und mit dem Erlebten überfordert gefühlt haben. Aus diesem Grund achte ich sehr genau darauf, dass sich alle am Ende einer Aufstellung gut entrollen, also ihre eingenommenen Rollen gut ablegen, und ich stehe selbstverständlich auch den Repräsentant_innen als Ansprechperson zur Verfügung, sollten sie – auch Tage nach der Aufstellung – Redebedarf haben oder Unterstützung brauchen. Denn selbstverständlich kann es sein, dass durch das Erlebte eigene Themen angestoßen werden. Ich sehe dies grundsätzlich als Chance. Denn es kann als Hinweis darauf gewertet werden kann, was bei einem selbst „ansteht“. Oder welcher Bereich oder welches Thema im eigenen Leben Aufmerksamkeit braucht.

Auch Gruppenaufstellungen gibt es

 

Mit welchen Konzepten arbeitest du im Rahmen der Familienaufstellung und systemischen Aufstellung? Inwiefern erleichtern sie dir deine Ziele zu erreichen?

In Aufstellungen zeigen sich oft in verblüffender Weise starke Ähnlichkeiten zu den realen Personen und deren Verhaltensweisen, obwohl die Repräsentant_innen diese überhaupt nicht kennen oder darüber Bescheid wissen können. Dieses Phänomen lässt vermuten, dass wir alle stärker miteinander verbunden sind, als uns bewusst ist und auch als unser Verstand erfassen kann. Ich gehe davon aus, dass die Aufstellung zu Beginn das innere Bild der Person vom jeweiligen System zeigt, das dann mittels Interventionen und Veränderungen erweitert und bearbeitet wird.
Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Themen und Belastungen – aber natürlich auch viel Gutes – über die Generationen weitergegeben werden.

Prägende oder leidvolle Ereignisse, die Ahn_innen erfahren haben, haben Auswirkungen auf uns und unser gegenwärtiges Leben. Es zeigt sich, dass Nachfahr_innen häufig Themen übernehmen, die eigentlich nicht ihre sind. Dies tun sie – so die Annahme – primär aus Liebe und um ihren Vorfahr_innen die Last, die diese zu tragen hatten, zu erleichtern. In diesem Fall ist es wichtig, das Übernommene denjenigen Personen zurückzugeben, denen es „gehört“. Dies erweist sich zumeist als sehr befreiend und bringt die Lebenskräfte wieder in Fluss.
Allgemein wird angenommen, dass das Sichtbarmachen von meist unbewusst wirkenden Dynamiken, Tabus oder Familiengeheimnissen Spannungen löst und Neugestaltung ermöglicht.

Ich arbeite unter anderem mit dem Konzept der „Bewegung der Seele“. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Repräsentant_innen erspüren können, welche Veränderungen notwendig sind, damit die aufstellende Person der Verwirklichung ihres Anliegens näher kommt. Aus diesem Grund dürfen sie Impulsen zur Positionsveränderung nachgeben und Handlungsimpulse mitteilen. Damit verbunden ist, dass ich mich nicht als die „Macherin“ der Aufstellung verstehe, sondern als Begleiterin, die natürlich im Endeffekt die Leitung inne hat, über methodisches Know-How verfügt und den sicheren Rahmen gewährleistet. Die wirklichen Expert_innen für ihr System sind jedoch die Menschen, die aufstellen, weshalb ich während einer Aufstellung immer auch Kontakt mit der aufstellenden Person halte.

 

Mit welchem Nutzen ist die systemische Aufstellung verbunden? Auf welche Weise hilft sie Menschen weiter?

Aufstellungen können zu Klarheit verhelfen, von alten Lasten befreien und „Ordnung“ ins System bringen. So kann sich innere Zufriedenheit und Lebensfreude einstellen. Aufstellungen helfen, Verstrickungen in Beziehungen zu lösen, damit die Liebe wieder frei fließen kann. Sie können dabei unterstützen, Trennungen gut und vollständig zu vollziehen, um so frei zu sein für eine neue, erfüllende Partnerschaft. Aufstellungen ermöglichen es, einen guten und passenden Platz im System einzunehmen. So kann man das eigene Leben aktiv und nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen gestalten.

Aufstellungen sind einfach eine tolle Methode und Möglichkeit, sich sein jeweiliges Anliegen mithilfe von wohlwollenden Menschen zu veranschaulichen und von ihnen wertvolle Rückmeldungen und wichtige Hinweise zu bekommen. Obwohl Aufstellungen sehr viel bewirken können, sind sie natürlich kein Wunder- oder gar Allheilmittel, sondern ein Schritt auf dem Weg zu dem Leben, dass Sie sich wünschen. Aus dem Grund empfehle ich meinen Klienten immer, zumindest das Angebot eines Nachgesprächs anzunehmen und bei Bedarf noch ein paar psychotherapeutische Sitzungen anzuschließen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die Methode der Aufstellungsarbeit geben. Am besten lernt man diese Methode aber durch Dabeisein und Mitmachen kennen. Denn die beste Beschreibung kann die eigene Erfahrung nicht ersetzen.
Ich heiße Sie deshalb herzlich willkommen, sich bei einer meiner Aufstellungsveranstaltungen selbst ein Bild von dieser faszinierenden Arbeitsweise zu machen. Aktuelle Termine und weitere Informationen finden Sie auf meiner Webseite www.wurzelnundsterne.at.

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