Gesangsunterricht – Die Atmung ist die Basis fürs Singen

Veröffentlicht am 25 März 2019 von Verena Arnold
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Musik öffnet die Herzen und lässt in die Seele der Menschen blicken. Melodiöse Töne und stimmungsvolle Lieder fördern seit jeher die Emotionen der Zuhörer. Wer im Besitz einer außerordentlichen Stimme ist oder einfach nur Freude am Singen hat, möchte seine Stimme  richtig benutzen und anwenden können. Nicht jeder kann von Grund auf ‘schön’ singen und holt sich deshalb Rat von einem Spezialisten. Dieser hilft dabei, die eigenen Fähigkeiten und Talente zu schulen und trainieren und dadurch zu fördern. Dies ist der Grundstein für einen erfolgreichen Sänger und hilft dabei, spätere Türen und Tore zu öffnen.

Michaela Lanegger ist 41 Jahre alt und leitet die  TopVoice Gesangsschule in Linz. TopVoice ist mittlerweile ein Team aus drei Personen: Neben Michaela Lanegger gibt es noch eine Mitarbeiterin –  TopVoice Lizenz-Vocalcoach Lisa Schreibmüller, die bei Michaela Lanegger die Vocalcoach-Ausbildung gemacht hat und seit kurzem Anfänger unterrichtet. Daneben unterstützt das Team der Ehemann Andreas Lanegger. Er ist für Marketing und die Buchhaltung zuständig. Zudem leiter er als studierter Tontechniker das schulinterne Tonstudio. Bei Workshops ist er ebenfalls als Vocalcoach tätig.

Michaela Lanegger kam sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg zum Gesangsunterricht. Sie ist gelernte Einzelhandelskauffrau und hat fast 20 Jahre in diesem Beruf gearbeitet und in der Zeit Abteilungen bzw. Filialen im Einzelhandel geleitet.

Ihre musikalische Laufbahn begann als Sängerin bereits in frühen Jugendjahren. Denn sie steht seit mehr als 30 Jahren mit den verschiedensten Bands auf der Bühne. Hauptsächlich in Österreich, aber auch im benachbarten Ausland.

2007 erfüllte sie sich den lang gehegten Wunsch, eine autodidaktisch beigebrachte Gesangstechnik auf solide Beine zu stellen und begann mit regelmäßigem Gesangstraining in Deutschland. Dort hat sie auch eine zweijährige Vocalcoach-Ausbildung absolviert. 2015 hat sich einen weiteren Traum erfüllt und die eigene Gesangsschule TopVoice gegründet.

Michaela Lanegger ist Gesangslehrerin

 

Michaela, Singen und das Talent dazu sind sicher das wichtigste für einen Sänger oder eine Sängerin. Doch sobald an der Stimme gearbeitet wird, möchte ein Profi natürlich auch Auftritte. Könnt Ihr hier auch helfen? Wie bereitet man ein Casting vor? Könnt Ihr mit Rat beiseite stehen?

Grundsätzlich stehen wir natürlich auch gerne außerhalb des reinen Gesangsunterrichts mit Rat und Tat zur Seite. Da ich und meine Kollegen seit vielen Jahren auch aktiv auf der Bühne stehen und mit vielen Musikern und Bands, unterwegs sind, haben wir natürlich schon viele Kontakte gesammelt.

In diesem „Netzwerk“ gibt es immer wieder Anfragen, wo nach Sängerinnen und Sängern gesucht wird. Und da empfehlen wir natürlich gerne auch unsere Schüler weiter, wobei ich schon immer sehr genau darauf achte, wie die jeweilige Anforderung zu den interessierten Schülerinnen und Schülern passt. Eine gute Möglichkeit, um zu ersten Auftritten zu kommen, ist die Begleitung von Hochzeitsgottesdiensten. Wie man da am besten vorgeht, können wir den Sängerinnen und Sängern gerne zeigen.

Ich habe natürlich auch immer wieder Sänger und Sängerinnen, die zu mir kommen, um sich auf ein Casting vorzubereiten. Wichtig ist bei jedem Casting – ganz egal in welchem Bereich – dass man sich die Songauswahl ganz genau überlegt. Die Sängerinnen und Sänger sollten da schon selbst wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Und dann sollten sie einen Song wählen, wo sie die Stärken bestmöglich ausspielen können. Da muss der eine sauschwere Song mit dem höchsten Ton nicht zwingend die beste Wahl sein. Erfahrungsgemäß glauben viele Castingteilnehmer, dass sie sich die schwersten Songs aussuchen müssen, um eine Chance zu haben. Falsch. Lieber auf Nummer sicher gehen.

Und nicht vergessen: Neben der Technik spielt auch die Emotion eine große Rolle! Wenn der Song technisch solide gesungen wird und emotional berührt bzw. überzeugt, ist das viel mehr Wert, als möglichst hohe oder lange Töne! Die Casting-Vorbereitung im Detail hängt dann natürlich immer vom jeweiligen Casting ab: gehts um eine TV-Show, ein Casting für eine Musicalrolle, oder um eine Aufnahmeprüfung für eine Ausbildung?

 

Meistens achten wir recht wenig auf unsere Atemtechnik, doch gerade die Atmung ist in hohem Masse für die Qualität der Stimme verantwortlich. Seid Ihr in der Lage den Schülern eine gesunde Atemtechnik beizubringen? Erkennt Ihr Stimmfehler frühzeitig? Wie können Sie behandelt werden?

Natürlich zeigen bzw. unterrichten wir die richtige Sängeratmung, Gesangsunterricht ohne Atemtechnik ist auch gar nicht möglich: Die Atmung ist die Basis fürs Singen. Mit reinen Atemübungen verbringen wir im Unterricht allerdings im Gegensatz zu manch klassischem Unterricht sehr wenig Zeit. Wir achten bei den Schülerinnen und Schülern eigentlich immer auf die Atmung, ganz egal ob gerade Übungen oder Songs gesungen werden. Die richtige Atemtechnik wird dabei immer in die Gesangsübungen eingebaut und mittrainiert, das läuft also in der Regel immer automatisch nebenbei mit. Wenn ein Schüler da ein größeres Problem haben sollte, wird natürlich gezielt darauf eingegangen und trainiert. Bei unserem Workshop ist die richtige Sängeratmung zum Beispiel ein fixer Bestandteil, in der Regel aber in 30 Minuten geklärt (und es funktioniert dann auch bei jedem Teilnehmer).

Stimmfehler bzw. auch Stimmkrankheiten erkennen wir schon: Wir bemerken da sehr schnell, wenn etwas nicht passt. In der Regel müssen solche Probleme aber professionell von einem HNO-Arzt abgeklärt werden. Wir hatten schon einige Schüler, die wir zuerst zur Abklärung zum Arzt geschickt haben, bevor wir mit Unterricht begonnen haben. In diesen Fällen ist einfach die Gefahr zu groß, in die falsche Richtung zu unterrichten. Erst wenn die Diagnose vom Arzt gestellt ist, können wir die individuell richtigen Übungen auswählen. Sofern keine Behandlung durch einen HNO-Arzt oder Logopädie notwendig ist, gibt es dann im Gesangsunterricht spezielle Übungen, die zur Anwendung kommen.

Wenn es sich wirklich nur um einen Stimmfehler im Sinne von falscher Technik handelt, dann ist das natürlich genau Gegenstand vom normalen Gesangsunterricht, daran wird dann in den idealerweise regelmäßigen Stunden gearbeitet.

Die richtige Sängeratmung ist sehr wichtig

 

Wie lang dauert die Ausbildung für einen Anfänger, der richtig gut singen lernen möchte, vorausgesetzt er/sie hält sich an die Instruktionen? Wie geht Ihr vor?

Abgesehen davon, dass der Begriff „richtig gut singen“ dehnbar ist und es auch bei einem Anfänger darauf ankommt, wie viel Talent er oder sie mitbringt und wie konsequent und regelmäßig geübt wird: Beim Singen geht es zu einem Großteil (übrigens wie auch bei Sportarten) um Muskeltraining bzw. Muskelerinnerung. Gemeint ist damit auch die Automation von Abläufen, sodass diese funktionieren, ohne darüber nachzudenken. Das zu erreichen dauert erfahrungsgemäß zumindest 12-14 Monate.

Nach dieser Zeitspanne sollte bei regelmäßigem Unterricht, also zumindest alle zwei Wochen eine Gesangsstunde (besser wöchentlich), ein deutlicher Fortschritt möglich sein. Wie gesagt: immer auch abhängig davon, was außerhalb der Unterrichtszeit an Übungszeit investiert wird. Wer also 12 bis 14 Monate bei uns gelernt hat, sollte sich in der Zeit eine gewisse Basis erarbeitet haben, die nach Unterrichtsende nicht so schnell verloren geht. Mit allem anderen, was zu einem richtig guten Sänger auch noch dazu gehört (Grundlagen der Musiktheorie und Rhythmik, Performance, Ausdruck von Emotionen), wird man in Summe aber meist ein paar Jahre rechnen müssen.

 

Für viele ist Sänger oder Sängerin zu sein ein Traum. Ist Singen ein Talent oder kann es erlernt werden? Was sind die idealen Voraussetzungen um singen zu lernen?

Zuerst: Wir bemerken immer wieder, dass es viele Menschen gibt, die Talent zum Singen haben und das selbst gar nicht glauben. Abgesehen davon hilft Talent natürlich extrem, um schnell Fortschritte zu machen. Auf der anderen Seite ist Talent allein nicht alles. Der Hauptpunkt ist sicher, ob jemand überhaupt singen bzw. singen lernen will: Wenn der Wille dazu fehlt, wird auch das größte Talent nicht viel helfen. Sofern der Stimmapparat gesund ist, gibt es grundsätzlich keinen Grund, warum man nicht singen lernen können sollte. Reden können wir ja auch alle.

Oft liegt es auch daran, dass sich jemand schwertut, richtig zu singen, weil er oder sie einfach nicht bemerkt/nicht hört, dass die Töne nicht stimmen. Da wird es natürlich dann schwieriger, aber auch das Hören kann man lernen und trainieren. Aber die meisten unserer Interessenten hören zumindest, ob sie falsch oder richtig sind. Selbst, wenn sie die Töne noch nicht richtig hinbekommen. Das hilft natürlich schon extrem.

Ganz allgemein wird diese Frage immer wieder gestellt und diskutiert, nicht nur von uns. Manche sind der Meinung, dass nicht jeder singen lernen kann. Wir sind aber aus unserer Erfahrung bisher schon der Meinung, dass jeder, der singen will, auch singen lernen kann. Dass nicht jeder ein erfolgreicher Sänger oder ein Star werden kann, ist aber auch klar. Aber einfache Lieder unfallfrei mit richtigen Tönen singen, sollte für jeden mit der richtigen Einstellung früher oder später möglich sein.

Talent ist wichtig, aber nicht alles

 

Erfahrung ist alles

Das wichtigste für einen guten Gesangslehrer ist Erfahrung: Umso mehr Schüler bzw. Sänger man erlebt hat und unterrichtet hat, desto besser wird man als Vocalcoach: Es handelt sich um einen Bereich, in dem man eigentlich nie ausgelernt – denn jede Stimme ist verschieden. Insofern ist es Michaela besonders wichtig, ebenfalls sich selbst immer wieder weiterzubilden – durch Seminare oder im Austausch mit  anderen Kollegen, die schon wesentlich länger tätig sind. Dadurch möchte sie ihren Schülerinnen und Schülern einfach den aus ihrer Sicht bestmöglichen Unterricht anbieten können. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist in dieser Tätigkeit besonders wichtig.

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