„Ein bisschen wie auf dem Bazar“: Scheidungen ohne Rosenkriege

Veröffentlicht am 25 Februar 2020 von Verena Arnold
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Dr. Ursula Xell-Skreiner ist selbst sehr glücklich verheiratet. Dabei hat sie beruflich fast täglich mit Paaren zu tun, die ihr Eheversprechen lieber heute als morgen ad acta legen wollen. Die Salzburger Juristin ist erfolgreiche „Einzelkämpferin“ in ihrer Kanzlei, betreut daher jeden bei ihr Ratsuchenden höchstpersönlich – und findet für alle ihre Klientinnen und Klienten äußerst individuelle Lösungen im Familienrecht.

Die gebürtige Grazerin absolvierte den größten Teil ihres Jurastudiums in Wien. Ihre Dissertation schrieb sie über ausgewählte Rechtsprobleme des Unternehmenserwerbs und auch ihre Ausbildung als Rechtsanwaltsanwärterin erfolgte schwerpunktmäßig im Immobilienbereich. Diese jahrelange Erfahrung im Immobilienrecht hilft Ursula heute bei Scheidungen enorm, wenn es um die rechtliche Trennung von Immobilien und damit verbundene Finanzierungen geht.

Erst ihre eigene Scheidung im Jahr 1997 war für Ursula der Anlass, sich mit diesem juristischen Thema vertraut zu machen. So fand sie ganz unerwartet ihre Berufung darin, Lösungen für Menschen zu finden, die am Ende eines persönlichen Lebensabschnitts stehen. Ein Talent, das der naturverbundenen, sportlichen Frau offenbar in die Wiege gelegt wurde.

Ursula Xell-Skreiner ist Anwältin

 

Ursula, du gehörst beim Trend-Ranking 2019 zu den zehn besten Anwälten Österreichs. Wie sehr ehrt dich diese Auszeichnung? Wieso hast du dich für diesen beruflichen Weg entschieden? Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Ich bin sehr dankbar dafür, auch im letzten Jahr wieder dabei gewesen zu sein. Diese Auszeichnung ehrt mich Jahr für Jahr sehr. Denn die Juroren dieses Rankings sind die größten und bekanntesten Anwaltskanzleien Österreichs. Jede Stimme ist ein Kompliment eines Kollegen, der auf meine Fachmeinung zählt. Ich liebe den persönlichen Umgang mit Menschen und meine eigene Unabhängigkeit. Meine Arbeit hat auch eine wesentliche, lebensberatende Funktion. Die oftmals zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit der Klienten, ihnen mit meinen Lösungen geholfen, sie persönlich aufgebaut und sie gleichzeitig nicht ausgenutzt zu haben, ist etwas sehr Erfüllendes. Und erst recht, wenn ehemalige Gegner mich empfehlen. Das ist immer wieder vorgekommen.

 

Wie läuft eine Scheidung im Normalfall bei dir ab? Wie häufig kommt es bei dir vor, dass Noch-Ehepartner in einem „Rosenkrieg“ zueinander stehen? Ist die einvernehmliche Scheidung bei dir der Regelfall?

Eine Scheidung ist bei mir eine Vertragserrichtung und kein Rosenkrieg. Nicht alles, was schön begonnen hat, muss auch schlimm enden. Ich forciere immer und ausnahmslos einvernehmliche Lösungen. Zu einer echten Lösung gehören allerdings immer zwei Personen. Rosenkriege sind bei mir der Ausnahmefall. Selbst wenn einmal ein Scheidungsverfahren durchgeführt werden musste, kommen die Parteien spätestens bei der Aufteilung zur Raison und finden doch noch eine Lösung. Der Klient bekommt im Rahmen einer Erstbesprechung eine komplette Analyse seines Falles. Es werden Worst- und Best-Case-Szenarien aufgezeigt.

Dazwischen sucht man dann eine Lösung – es ist ein bisschen wie auf einem Bazar. Gerne ergreife ich die Initiative und unterbreite dem Gegenüber als erste einen Vorschlag in sämtlichen Punkten, die für die Abwicklung einer einvernehmlichen Scheidung erforderlich sind. Damit eröffnet man die Verhandlungen, an deren Ende, in der Regel nach einem halben bis einem dreiviertel Jahr, eine fertige Komplettlösung steht. Erst dann wird ein gemeinsamer Antrag auf Scheidung der Ehe im Einvernehmen gestellt, mit dem zuständigen Familienrichter ein Termin vereinbart und die Scheidung in durchschnittlich einer halben Stunde finalisiert.

 

Um auf dem neuesten Stand zu sein – hältst du dich mit Fachliteratur immer am Laufenden?

Natürlich ist es unumgänglich, sich mit der laufenden Judikatur auseinanderzusetzen. Für mich sind dabei einschlägige Vorträge und Seminare mit der Möglichkeit zur fachlichen Diskussion am wichtigsten. Denn die Fachliteratur geht nicht selten an den praktischen Bedürfnissen der Menschen vorbei. Ein Universitätsprofessor oder Höchstrichter mit Schwerpunkt Familienrecht hat noch lange keine Ahnung, wie man eine gute, einvernehmliche Lösung herbeiführt. Die Fachliteratur steht bei mir somit nicht an erster Stelle.

 

Welche Tipps kannst du unseren Lesern und Leserinnen geben, wie sie bei einer anstehenden Scheidung vorgehen sollten?

Bevor man die notwendigen Gespräche mit dem Partner aufnimmt, sollte man unbedingt eine umfassende rechtliche Beratung über sämtliche Belange einholen, die mit einer Scheidung einhergehen. Wer den umgekehrten Weg geht, bereut es nachträglich oft. Nur wenn man weiß, wo man rechtlich steht, kann man sinnvolle Gespräche mit dem Partner aufnehmen. Bei der Scheidung gibt es keine Anwaltspflicht. In der Praxis ist ein kompetenter familienrechtlicher Beistand allerdings stets von Vorteil. Und sei es nur im Hintergrund.

Eine Scheidung ist bei ihr kein Rosenkrieg

 

Wichtiger als Fachliteratur: Seminare und Vorträge mit Diskussionen

Ursula Xell-Skreiner ist Fachanwältin für Familienrecht und gehört laut Trend-Ranking 2019 zu den zehn besten AnwältInnen Österreichs. Wer zu ihr kommt, um eine Scheidung möglichst ohne Rosenkrieg abzuwickeln, erhält von ihr bei der Erstbesprechung eine komplette Analyse seines Falles. Ursula zeigt ihren KlientInnen die Worst- und Best-Case-Szenarien auf und sucht gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung. Gerne ergreift Ursula anschließend die Initiative und unterbreitet dem Gegenpart einen Vorschlag in sämtlichen Punkten, die für die Durchführung einer einvernehmlichen Scheidung erforderlich sind.

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