Der Weg zum nachhaltigeren Leben

Veröffentlicht am 22 Mai 2019 von Verena Arnold
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Klimawandel, Artensterben, Vermüllung der Meere – der Umwelt geht es wahrlich nicht gut. Und da ist die Frage, was der Einzelne tun kann, um die Situation zu verbessern. Auch Edda Pascher wusste das nicht sofort. Nachdem sie die Fachhochschule für Marketing & Sales abgeschlossen hatte, arbeitete sie rund 15 Jahre in der Privatwirtschaft. Zwar war die Wienerin schon seit ihrem 17. Lebensjahr Vegetarierin, aber sie wollte ihre Leidenschaft für Nachhaltigkeit möglichst vielen Menschen näherbringen.

Heute allerdings betreibt die 39-Jährige den Nachhaltigkeits-Blog «The bird’s new nest», in dem sie aufzeigt, dass nachhaltiges Leben keinen Verzicht bedeutet, sondern Spaß machen kann. Zusammen mit ihrem Team möchte Edda Pascher Informationen liefern, Alternativen aufzeigen und zum bewussteren und achtsameren Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt motivieren und inspirieren.

Edda Pascher ist aber nicht nur Bloggerin, sondern auch Herausgeberin des Blogs. Sie kümmert sich um Social-Media und ist auch für die technische Seite sowie das Design der Website verantwortlich.

Für «The bird’s new nest» bedeutet nachhaltiges Leben kein Verzicht

 

 

Edda, als Herausgeberin und Chefredakteurin von thebirdsnewnest.com hast du sehr viel Verantwortung. Seit wann bloggst du und wie bist du in diese Position gekommen? Was war deine größte Motivation?

Aus dem Marketingbereich kommend kenne ich die Höhe der Budgets, die eingesetzt werden, um Konsumenten zum Kauf konventioneller Produkte zu bewegen. Die Budgets, die nachhaltigen Unternehmen zur Verfügung stehen sind im Vergleich oft verschwindend gering, ein Kampf wie David gegen Goliath. Mein Antrieb war, nachhaltige Produkte zu unterstützen und sie einem grösseren Personenkreis vorzustellen. So ist die Idee zu The bird’s new nest entstanden.

Begonnen hat alles 2013 relativ spontan als Facebook-Seite. Ich hatte nie den Plan, Bloggerin zu werden, oder einen Blog zu betreiben, doch die Facebook-Seite wurde von vielen als Micro-Blogging verstanden und wurde immer beliebter, was zu dem Entschluss geführt hat, eine eigene Seite im Magazin-Stil aufzubauen. Meine Motivation dazu war nicht nur der enorme positive Zuspruch, sondern auch die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit in alle Bereiche unseres Lebens einfließt und ein so breites Feld ist, dass man damit ohne Probleme ein eigenes Magazin füllen kann. So hat sich The bird’s new nest zu seiner jetzigen Form entwickelt.

Das Stichwort Verantwortung finde ich übrigens wunderbar. Gerade in der heutigen Zeit ist es sehr schade, dass wir unsere Verantwortung kaum nutzen. Sei es die gegenüber unserer Umwelt, unseren Mitmenschen oder allen zukünftigen Generationen. Jeder von uns trägt Verantwortung und es wäre schön, wenn wir diese nicht nur nutzen, sondern mit unserem Tun auch andere inspirieren könnten.

 

Du postest hauptsächlich über Veganismus und bist selbst überzeugte Veganerin. Seit wann lebst du nun vegan und was waren deine Gründe, deinen Lebensstil zu ändern? Gab es ein bestimmtes Aha-Erlebnis? Was hat sich seitdem für dich verändert?

Ich schreibe immer wieder über Veganismus, die Bandbreite unserer Themen beschränkt sich aber nicht nur darauf, sondern ist viel weiter. Fair Fashion, nachhaltiges Reisen, biologische (Land-)Wirtschaft, ehrenamtliche Initiativen, Politisches um nur einen Teil aufzuzählen. Veganismus ist für mich ein wichtiger Teil im Bereich Nachhaltigkeit, aber auch nur ein Teil. Ich lebe seit ca. fünf Jahren vegan, davor 18 Jahre vegetarisch. Durch die Beschäftigung mit The bird’s new nest bin ich auf reichlich Informationen gestoßen, wie problematisch Milch- und Eiproduktion sind, sei es die Umweltbelastung, das Schreddern von Millionen von Küken, die Entwicklung von Qualzuchten und so viel mehr, dass vegan zu werden für mich der logische Schluss war.

Früher fand ich vegan extrem, nun weiß ich, dass vegan zu leben ohne Verzicht und Abstriche möglich ist. Es ist einfach eine Umstellung, die zu Beginn schwer fallen mag, weil man anderes gewöhnt ist, aber nach fünf Jahren kann ich meine anfänglichen Probleme kaum mehr nachvollziehen. Ich weiß außerdem, dass vegane Ernährung nicht gesundheitsschädlich ist. Ich bin vegan geworden mit der Erwartung, gesundheitliche Probleme bekommen zu können und hätte diese einfach in Kauf genommen. Nicht zuletzt aufgrund meiner beiden Hausärztinnen, die mir versichert haben, dass vegane Ernährung kein Problem darstellt, und sie jede Menge nicht vegan lebende Patienten mit allen möglichen Vitamin- und Nährstoffmängeln haben, hat sich auch dieser Irrglaube beseitigen lassen.

Außerdem habe ich erfahren, dass ich einen sehr lieben und unterstützenden Freudeskreis habe. Bei Partys wird dafür gesorgt, dass genug veganes Essen vorhanden ist, wenn nicht sogar alles vegan ist. Wenn ich jemanden besuchen komme wird auch vegan gekocht und ich weiß diese Fürsorglichkeit und Rücksicht sehr zu schätzen. Ich hatte früher Angst, „offiziell“ vegan zu werden und habe nur zu Hause vegan gekocht, weil ich nicht überall danach fragen wollte, ob das Essen vegan ist. Dafür sind Veganer ja bekannt und berüchtigt. Aber ich habe erkannt, dass diese Konsequenz wichtig ist, denn wenn ich vegan leben möchte muss ich nachfragen, anders geht es einfach nicht. Also habe ich in Kauf genommen, dass ich andere mit meinen Fragen nerven könnte oder nur wenig Essensauswahl bei Partys & Co. hätte. Aber auch das hat sich absolut nicht bewahrheitet. Im Gegenteil habe ich erst so erfahren, was für wunderbare Menschen ich um mich habe und dafür bin ich sehr dankbar.

Edda schreibt auch über Fair Fashion, nachhaltiges Reisen, biologische (Land-)Wirtschaft und viele weitere interessante Themen

 

Veganer bekommen häufig zu hören, dass man als Veganer/in nicht alle notwendigen Nährstoffe zu sich nimmt. Was ist deine Meinung dazu? Gibt man als Veganer/in mehr für Lebensmittel aus?

Wie schon vorher erwähnt kommen Vitamin- und Nährstoffmängel bei allen Ernährungsformen vor. Denn es kommt nicht nur darauf an, was wir essen, sondern auch wie gut es der Körper verwerten kann. Man kann kiloweise B12-reiche Nahrung essen, wenn es im Verdauungssystem nicht gut verwertet werden kann, kann es trotzdem zu einem B12-Mangel kommen. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung. Wir haben mit Unmengen an Gemüsesorten, Getreide, Nüssen und vielem mehr was uns zur Verfügung steht eine absolut ausreichende Basis. Gestern gab es hier Linsen-Lasagne, vorgestern Pizza mit Zwiebeln, Artischocken und Oliven. Davor Bohnensterz, ein altes österreichisches Bauerngericht, das ich durch meine Großmutter kennen gelernt habe. Dann kann ich mich noch an Linsen mit Semmelknödel und Pasta mit Pesto erinnern. Jetzt hat man hoffentlich eine ungefähre Vorstellung davon, wie mein Speiseplan als Veganerin aussieht.

Ich möchte hier noch hinzufügen, dass jeder, unabhängig von der Ernährungsform einmal jährlich einen umfassenden Bluttest machen sollte, um etwaige Vitamin- und Nährstoffmängel rechtzeitig zu erkennen. Viele Menschen leiden an Eisen-, Vitamin D- oder B12-Mangel, und alles kann sehr kostengünstig und einfach behoben werden. Eine Garantie gegen Nährstoffmangel gibt es nie, egal wie man sich ernährt.

Ich muss gestehen, dass ich meine Ausgaben für Ernährung nicht allzu genau beobachte. Aber ich kenne natürlich die Behauptung, dass vegan zu leben so teuer sei. Und auch hier gilt: Man kann sich immer teuer ernähren, egal welche Ernährungsform man verfolgt. Vegan zu leben muss nicht teuer sein, wenn man aber zu Convenience-Produkten greift sieht es schon wieder anders aus. Am sinnvollsten finde ich, sich von möglichst viel Bio-Gemüse zu ernähren, und das mit entsprechenden Eiweiss- und Kohlehydratquellen zu mischen. Hier lassen sich Unmengen an spannender und leckerer Gerichte kochen, und das auch ohne teure Ersatzprodukte.

 

Was denkst du sind die größten Vorteile am veganen Lifestyle? Gibt es ein veganes Gericht, das man auch als nicht Veganer unbedingt probieren muss?

Ich finde es in erster Instanz sehr wichtig, einen achtsamen Lebensstil zu verfolgen. Viele Menschen rasen durch das Leben, laufen im Autopilot-Modus durch den Supermarkt und sitzen dann mit dem Fertigprodukt vor dem Fernseher um danach ins Bett zu fallen. Am nächsten Tag geht alles wieder von vorne los. Achtsamkeit erlaubt uns, überhaupt erst zu registrieren, wie wir unser Leben führen, was wir quasi schon automatisch tun und dieses Verhalten dann in Folge zu ändern. Wenn Achtsamkeit zu einem bewussteren Leben führt und dann in Folge zu einem nachhaltigeren Leben bedeutet das auch, dass wir uns unserer selber mehr bewusst sind und das führt – auch wenn es anfänglich irritierend sein kann – zu einem zufriedeneren und glücklicheren Leben.

Was mich zu einem Zitat bringt, das mir sehr gut gefällt, dessen Urheber ich aber leider nicht kenne: „Wer denkt, dass ein veganer Lebensstil nur den Tieren zu gute kommt, der hat Veganismus nicht verstanden.“ Kurz erklärt: Die tierverarbeitende Industrie schädigt massiv die Umwelt, aber auch viele der Menschen, die in dieser arbeiten. Ich bin übrigens auch nicht der Meinung, dass Veganismus die Antwort auf alle Fragen ist. Im Gegenteil, Veganismus ist nur der Anfang. Biologische Lebensmittelproduktion und generell ein bewussteres Konsumieren sind weitere sinnvolle Schritte, ich werfe hier die Schlagworte Minimalismus, Zero Waste und plastikfrei in den Raum. Übrigens auch alles Themen, mit denen wir uns auf The bird’s new nest befassen.

Zurück zur Frage – die grössten Vorteile an einem veganen Lebensstil sind meiner Meinung nach natürlich erstens dass so die Ausbeutung von Nutztieren drastisch reduziert werden kann. Zusätzlich wird die massive Umweltbelastung und Ressourcenverschwendung minimiert. Und es bietet die Möglichkeit einer gesünderen Ernährung und sein Leben generell nachhaltiger auszurichten.

Ernährung ist immer Geschmackssache. Ich finde es ist wichtig, möglichst viel auszuprobieren um herauszufinden, was einem schmeckt. Außerdem muss man etwas Geduld haben, bis sich die Geschmackspalette anpasst, was Produkte wie zum Beispiel Hafermilch oder Kokosjoghurt betrifft. Diese können zu Beginn etwas ungewohnt sein, sind für mich mittlerweile aber wunderbare Alternativen – ohne Kaffee mit Hafermilch startet bei mir kein Tag.

 

Was für Tipps kannst du unseren Leser/innen geben, die gerne selbst einmal ausprobieren möchte, vegan zu leben? Kannst du ein bestimmtes Buch empfehlen?

Vegan zu leben kann man leider nicht einfach ausprobieren, je nachdem wie man vorher gelebt hat kann es sich um einen monatelangen Umstellungsprozess handeln, auch wenn es Menschen gibt, die vom einen Tag auf den anderen ihr Leben umgestellt haben. Hier geht es jedem anders. Was man aber durchaus ausprobieren kann ist, vegan zu kochen und hierfür benötigt man auch keine speziellen Bücher, auch wenn es hunderte an tollen veganen Kochbüchern gibt. Das Internet ist voll mit Millionen veganer Rezepte, wer nach einem Gericht und dem Zusatz „vegan“ sucht wird mehr als fündig. Ansonsten kann ich nur empfehlen sich über die tierverarbeitende Industrie zu informieren. Auch hierfür gibt es viele Bücher, aber auch reichlich Informationen online, und natürlich auch auf unserer Seite.

Ich möchte jedem sehr ans Herz legen, sich weiter und möglichst ausführlich zu informieren, denn nur so kann man entsprechende Kaufentscheidungen treffen. Und das nicht nur im Ernährungsbereich, sondern auch beim Kleidungskauf, beim essen gehen, bei Einrichtung, Reisen und allen anderen Lebens- und Konsumbereichen. Und ja, es macht nicht nur Spass, bewusste und informierte (Konsum-)Entscheidungen zu treffen, für viele Menschen ist der Schritt in eine achtsame und nachhaltige Richtung tatsächlich auch der Weg zu einem glücklicheren und zufriedenen Leben. Mich eingeschlossen.

Bewusste und informierte Konsumentscheidungen zu treffen ist ein wichtiger Schritt

 

Alles nur Zufall

Tatsächlich war es bloß einem Zufall zu verdanken, dass Edda Pascher zur Bloggerin wurde. Wie sie selbst erzählt, hat nie geplant, Bloggerin zu werden oder gar einen Blog zu eröffnen. Bevor sie mit «The bird’s new nest» begonnen hat, wusste sie nicht einmal, wie viele Blogger und Blogs es gibt, und um was für eine aktive Community es sich hier genau handelt. Inzwischen ist sie aber ein echter Profi und begeistert ihre Community mit immer neuen Ideen und Tipps.

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