Der richtige Klang ist entscheidend

Veröffentlicht am 19 Mai 2019 von Verena Arnold
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Dies betrifft Musik ebenso wie das gesprochene Wort. Ein Sprecher kann eine noch so flammende Rede halten – sie wird nur wirken, wenn der Ton gut bei den Zuhörern ankommt. Auch Musik kann man nur genießen, wenn ein Tontechniker dafür sorgt, dass sie in allen Bereichen des Publikums gut und unverfälscht zu hören ist. Und auch im Studio entscheidet der Tontechniker darüber, ob eine Aufnahme gelingt und zum Beispiel die Stimme des Singenden durch die Instrumente nicht überlagert, sondern unterstützt wird und ob die gewünschte Emotion übertragen werden kann.

Wir wollten mehr über den Beruf des Tontechnikers erfahren und haben mit Wolfgang Vrecar gesprochen. Vor 30 Jahren in der Südoststeiermark geboren, lebt er heute im Bezirk Leibnitz. Nach der Hauptschule besuchte er das Oberstufen-Realgymnasium mit musischen Zweig, da für ihn schon früh feststand, dass er beruflich etwas mit Musik machen wollte.

Schon als Kind interessierte er sich auch für die Tontechnik an sich. In seiner kleinen Heimatstadt gab es viele großartige Musiker im Umfeld – aber keinen Tontechniker. Bereits mit 14 Jahren hatte er so die Chance, erste Konzerte am Mischpult zu betreuen, Aufnahmen zu erstellen und zu mixen. Auch wenn es als Kind nicht immer leicht war zu üben und sich mit der Musiktheorie auseinanderzusetzen, ist er heute dankbar, dass er eine umfassende und lange musikalische Ausbildung genießen durfte. Dieses Wissen ist für ihn heute von großem Vorteil für seinen Beruf, auch weil er dadurch Verständnis im Umgang mit Musikern und Sängern aufbringen kann.

Durch die Möglichkeit schon so früh Erfahrungen zu sammeln, wagte er direkt nach dem verpflichtenden Zivildienst den Schritt in die Selbstständigkeit, so dass sein Unternehmen bereits über 9 Jahre und er bereut keinen Tag diesen Schritt gewagt zu haben. Als Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter besitzt er ein Tonstudio und bietet weitgehend alle Dienstleistungen in der Musik- und Tonproduktion an. Arrangements, Aufnahmen, Mixing, Mastering und Radiowerbespots – die ganze Klangpalette. Zudem arbeitet er als freischaffender Tontechniker für Musikgruppen, Firmen und Events. Bei größeren Aufträgen arbeitet er mit einem Team aus ebenfalls Selbstständigen Technikern und anderen Unternehmen zusammen.

Unser Interviewpartner Wolfgang Vrecar ist Tontechniker

 

Welche Ausbildung haben Sie gemacht? Was braucht man neben der Ausbildung, um sich mit der Tontechnik zu beschäftigen?

Ein Studiengang kam für mich von vorne herein nicht in Frage, da ich als gut gebuchter Tontechniker schon früh viel unterwegs war und vorrangig an Praxis und Erfahrung gewinnen wollte. Workshops und projektorientierte Weiterbildungen zählen aber nach wie vor zum Alltag. Am Puls der Zeit zu bleiben, sich ständig mit neuesten Produktionsmethoden, Software und Hardware auseinanderzusetzen ist elementar.

Der aber bestimmt wichtigste und der wohl unterschätzteste Punkt ist Menschenkenntnis. Neben einem fundierten Fachwissen über Technik und Musik liegt ein großer Teil meiner Arbeit in der Zusammenarbeit mit professionellen Musikern, Sängern, Moderatoren aber auch Laien, die das erste Mal vor einem Mikrofon stehen. Sei es im Studio oder auf einer Bühne. Erst der richtige Umgang schafft ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Tontechnik und Performer. Eine bessere Performance bringt wiederum einen besseren Sound. Vertrauen ist hier eine wichtige Basis. Nichts ist tragischer als ein Künstler der alles gibt, aber der Funke zum Publikum nicht springen kann, weil der schlechte Sound dieser Emotion im Weg ist.

 

Womit beschäftigen Sie sich am häufigsten in Ihrem Studio? Für welche Leistungen interessieren sich die meisten Kunden?

Mein Angebot erstreckt sich von einer Gesamt-Produktion wie z.B. ein komplettes Album bis hin zu Aufnahmen einzelner Musiktitel oder einem Werbespot. Egal ob ein Arrangement, ein Cover – Playback oder ein Radiofertiges Master vom Kunden gewünscht wird. Die meisten Kunden interessieren sich natürlich dafür direkt ins Studio zu kommen und mit dem Produkt, der fertigen CD, raus zu spazieren.

Auch ein ganzes Album kann produziert werden

 

Welche Geräte dürfen in einem Musikstudio nicht fehlen? Haben Sie sich für einen bestimmten Hersteller der Geräte entschieden?

Um ein Musikstudio – egal ob Home- oder Prostudio – einzurichten bedarf es nicht mehr viel. Ein leistungsstarker Rechner, die passende Software, ein Audiointerface, Studiolautsprecher und ein Mikrofon. In der heutigen Zeit kann man auch mit relativ geringem Budget tolle Musik produzieren und aufnehmen. Wobei vor allem zählt, ist der kreative Kopf vor dem Rechner. Das hat sich auch in der Digitalisierung nicht geändert.

Meine liebste Produktions-Software ist Cubase von Steinberg. Damit fing ich mit 12 Jahren an zu schrauben und zu arbeiten. Das hat sich auch nicht mehr geändert. Auch wenn ich im Studio AVID ProTools und Ableton LIVE besitze, komme ich am Ende des Tages immer wieder zu meinen Anfängen zurück. Mittlerweile ist alles eine Frage des Workflows und der Schnelligkeit. Aber auch in Cubase arbeite ich mit einer großen Palette an zusätzlichen Effekt- und Instrumenten-Plugins. Als Interface habe ich mich aufgrund der Zuverlässigkeit und Flexibilität für die Firma RME entschieden.

 

Was sind die wichtigsten Momente in Ihrer Karriere? Können Sie etwas von Ihrer Erfahrung erzählen?

Definitiv DER letzte Ton auf einer jeden Bühne. Wenn das Publikum klatscht und man zufrieden auf eine gelungene Show blicken kann, ist für mich immer ein wichtiger Moment. Genauso verhält es sich, wenn ein Künstler das erste Mal seine fertige CD in der Hand hält. Wenn die lange Arbeit plötzlich in den Hintergrund rückt und die Freude am fertigen Produkt überhand nimmt ist großartig und erleichternd. Immer wieder aufs Neue spannend ist es auch, einen im Studio produzierten Titel im Radio zu hören. Wenn man sich vorstellt, dass die Musik, die dann im Radio zu hören ist in einem kleinen Raum bei mir entstanden ist und dann plötzlich sehr viele Menschen erreicht. Das finde ich nach wie vor großartig!

Am liebsten arbeitet er mit der Cubase-Software

 

Abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll

Der Beruf des Tontechnikers eignet sich für Menschen, die sich für Musik ebenso begeistern können wie für Technik und dabei auch noch geschickt im Umgang mit Menschen sind. Auch die Bereitschaft zu regelmäßiger Weiterbildung, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, ist wichtig. Und auch die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten ist ein wichtiger Punkt, denn Events können durchaus länger dauern als geplant und auch die Arbeit im Studio kann erst beendet werden, wenn Tontechniker und Künstler mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wenn all dies gegeben ist, hat man als Tontechniker sicher einen sehr abwechslungsreichen und erfüllenden Beruf. Vielen Dank an Wolfgang Vrecar für den Blick hinter die Kulissen der Tontechnik.

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