Der Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft

Veröffentlicht am 27 Januar 2020 von Verena Arnold
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Sobald etwas nicht mehr einwandfrei funktioniert, wird es weggeworfen und durch ein neues, besseres Produkt ersetzt. Doch das muss nicht immer sein. Vor allem bei Elektrogeräten wie Smartphones oder Computern muss man nach kurzer Zeit bereits mit Leistungseinbußen oder Schäden rechnen. Da die Reparaturkosten häufig sehr hoch sind, entscheidet man sich lieber gleich für ein neues Gerät. Oft reicht es jedoch, nur ein kleines Bauteil zu ersetzen und das Handy oder der Laptop funktionieren wieder einwandfrei. Es muss nicht alles sofort weggeworfen werden. Man muss sich nur nach dem richtigen Reparaturdienst umsehen!

Fabian Schnetzer ist 30 Jahre alt und stammt aus Schlins. Derzeit arbeitet er komplett selbstständig. Dabei kümmert er sich um anfallende Reparaturarbeiten, die Buchhaltung oder die Instandhaltung seiner Homepage und Facebook-Seite. Neben diesen Aufgaben fallen aber auch Tätigkeiten wie die Reinigung der Geschäftsfläche an, die nicht vergessen werden dürfen. Somit findet er immer eine Beschäftigung. Glücklicherweise habe er seinen sehr guten Freund Daniel Wibmer, der ihm bei Engpässen unter die Arme greift und ihm immer wieder einen Freundschaftsdienst erweist.

Zunächst besuchte Fabian Schnetzer die HTL für Maschinenbau in Bregenz. Nach seinem Abschluss im Jahr 2008 wollte er einen anderen Weg einschlagen und schrieb sich für die Studienrichtung Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität in Innsbruck ein. Mit Vertiefung im Bereich Logistik schloss er 2011 sein Bachelorstudium ab und inskribierte sich daraufhin für das Masterstudium Information Systems – zu Deutsch Wirtschaftsinformatik -, welches er 2014 abschloss.   

Mit seinem heutigen Beruf kam er vor etwas mehr als neun Jahren das erste Mal in Berührung, als bei seinem iPhone 3GS plötzlich der Lautsprecher nicht mehr funktionierte. Abgeschreckt von den hohen Reparaturkosten, entschloss er sich kurzfristig dazu, die Reparatur einfach selbst durchzuführen und sich das passende Ersatzteil im Internet zu bestellen. Die Reparatur war trotz zittriger Hände erfolgreich und prompt kamen die ersten Anfragen aus seinem Freundeskreis. So entwickelte sich das Schrauben zu seinem Hobby. 

Während der Studienzeit hatte er allerdings keine Zeit mehr dafür und dachte auch nicht mehr daran, dass er das später einmal zu seinem Beruf machen könnte. Vielmehr hatte er ganz andere Ziele und Vorstellungen, wie sein zukünftiger Job aussehen sollte. Dabei waren ihm eine gute Verdienstmöglichkeit und eine verantwortungsvolle Position besonders wichtig. Nach Abschluss seines Studiums bekam er die Möglichkeit, sich in einer Position als Junior Produktmanager beweisen zu können. Doch bereits nach sieben Monaten merkte er, dass sich der permanente Stress und Druck nicht nur negativ auf seine Gesundheit auswirkten, sondern ihm zudem die Lust am Arbeiten nahm. 

Daraufhin entschloss er sich dazu, den Job zu kündigen. Die Entscheidung war nicht einfach, denn er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie oder womit er künftig seinen Lebensunterhalt bestreiten soll. Darüber hinaus wollte er auch seine Eltern nicht enttäuschen, die ihn bis dahin in all seinem Tun aber auch finanziell unterstützten. Als er ihnen von seinem Plan erzählte, den Weg in die Selbstständigkeit gehen zu wollen, waren sie doch etwas skeptisch. Als Lehrer sind sie es gewohnt, einen fixen Lohn zu erhalten, während man sich zu Beginn der Selbstständigkeit zunächst Mal einen Namen machen muss, bevor man überhaupt etwas verdienen kann

Trotzdem entschied sich Fabian Schnetzer für diesen Weg und meldete anschließend sein Gewerbe bei der Wirtschaftskammer an. Daraufhin nahm er etwas Geld in die Hand und investierte in Werbung. Gleichzeitig sah er sich nach einem passenden Ersatzteil-Lieferanten um und gab bald schon seine erste Bestellung in Auftrag. Weiters entwickelte er seine eigene Homepage und vernetzte sich in den sozialen Netzwerken. Sein großes Glück war es, dass der erste Kunde nicht lange auf sich warten ließ. Anfänglich wurden die Reparaturen noch von zuhause aus erledigt, doch nachdem die Anfragen immer mehr wurden, mietete er einen Raum an. Mittlerweile hatte er über 1500 Kunden bei sich im Geschäft und betreut neben Privatkunden auch Firmen. Darüber hinaus sind nun mehr als eineinhalb Jahre vergangen, seitdem er seine erste Geschäftsfläche in Nenzing eröffnen durfte.

iReplaceIT steht – wie der Name schon vermuten lässt – für eine Dienstleistung im IT-Sektor. Dabei hat sich das Unternehmen auf die Reparatur und Wiederaufbereitung von Smartphones, Tablets und Computern spezialisiert. Ziel ist es, der Wegwerfgesellschaft den Kampf anzusagen, indem gebrauchte oder teildefekte Geräte repariert, oder aber auch angekauft, generalüberholt und anschließend zum Wiederverkauf angeboten werden. In den meisten Fällen ist lediglich ein Bauteil defekt, während das Gerät an sich noch einwandfrei funktionieren würde.

Nichtsdestotrotz müssen die Kosten für eine Reparatur oder für die Wiederaufbereitung überschaubar sein und in einem angemessenen Rahmen gehalten werden. Dies ist aufgrund hoher Beschaffungskosten der Ersatzteile nicht immer einfach, vor allem wenn es um Smartphones der Technologiegiganten wie Apple, Samsung oder Huawei geht. Ungeachtet dessen ist Fabian Schnetzer überzeugt, dass bereits ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet und das Reparieren und Wiederaufbereiten die Zukunft ist. 

Fabian Schnetzer und Daniel Wibmer haben einen Reparaturdienst

 

Fabian, seit wann interessierst du dich für Handys und Technik? Welche Entwicklung ist dir bei den Handys über die Jahre hinweg aufgefallen und wohin wird deiner Meinung nach die Entwicklung der Handys in Zukunft gehen? Wie gelingt es dir, auf dem Laufenden zu sein?

Grundsätzlich war ich bereits im Kindesalter am Handwerk interessiert. Auch wenn es damals noch nichts mit Handys zu tun hatte, so habe ich immer schon gerne gewerkelt. Die Affinität für Technik, vor allem aber für Smartphones, kam dann erst später.
In meinen Augen kann man die Tastenhandys von damals nicht mit den modernen Smartphones von heute vergleichen. Der Technologiefortschritt in den letzten drei Jahrzehnten ist immens. Während man ein Handy in den 90er Jahren fast ausschließlich zum Telefonieren und Schreiben von SMS nutzen konnte, sind die heutigen Smartphones hochleistungsfähige Rechner mit breitem Einsatzgebiet. Die aktuellen Smartphones können als Musikplayer, Digitalkamera, Fernseher, Organizer und vieles mehr eingesetzt werden.

Aufgrund dessen, dass die modernen Geräte bereits mit sehr vielen Funktionen ausgestattet sind, ist es schwierig vorherzusagen, in welche Richtung der Trend gehen wird. Themen wie Akkulaufzeit und die Dauer des Ladevorgangs werden aber garantiert auch künftig eine große Rolle spielen. Damit ich meinen Kunden kompetente Hilfe anbieten kann, bilde ich mich fortlaufend weiter. Dies mache ich einerseits online in diversen Foren – „learning by doing“ ist allerdings die für mich lehrreichere Methode. Dabei zerlege ich unterschiedlichste Geräte und analysiere das Innenleben und alle Neuheiten. Im Laufe der Zeit entwickelt man eine gewisse Routine, aber es treten immer wieder Probleme auf, mit denen man zuvor noch nie konfrontiert war. Dann ist der Austausch mit anderen Fachexperten sehr wichtig. Aber auch Fehler sind Teil des Lernprozesses.

 

Welche Schadensarten an Handys reparierst du? Kannst du uns sagen, welches Handy die meisten technischen Defekte aufweist und welche Smartphondefekte am häufigsten vorkommen? In welchen Fällen lohnt sich eine Reparatur nicht mehr?

Generell repariere ich alle Schäden, die sich durch den Austausch von einzelnen Hardwarekomponenten beheben lassen. Dazu zählen beispielsweise Display-, Akku oder Lautsprecher-Tausch. Aber auch Geräte mit Wasserschaden lassen sich relativ gut beheben, vorausgesetzt der Kunde hat sich dabei richtig verhalten (Gerät sofort ausschalten und zu einer Fachwerkstätte bringen). Neben Hardware-Reparaturen kümmere ich mich aber auch um Software-Reparaturen. Startet das Gerät beispielsweise nicht mehr ordnungsgemäß oder hat man den Sperrcode vergessen, so kann man die Software wiederherstellen.

Auf dem Markt existiert kein Hersteller, bei dem wirklich alle Modelle immer zu 100% funktionieren. Nachdem ich alle Marken repariere und mich nicht auf einen Hersteller festgelegt habe, um unabhängig zu bleiben, konnte ich feststellen, dass überall kleinere Schwachstellen vorhanden sind. Akkuschwächen aufgrund von Kälte oder Displayschäden sind keine Seltenheit – abgerundete Kanten des Gerätes machen es sehr schwierig das Display ganzflächig und ausreichend zu schützen. Es gibt aber auch Modelle, die serienmäßig fehlerhaft sind, da bei der Produktion der Hauptelektronik nicht sauber gearbeitet wurde – brüchige Lötstellen an diversen Chips führen nach einer gewissen Zeit zu einem Defekt am Gerät. Ohne den Herstellern hier etwas unterstellen zu wollen, braucht es dennoch jemanden, der auch solche Schäden beheben kann. Aus diesem Grund arbeite ich mit einem anderen Unternehmen zusammen, welches sich auf das Thema „Microsoldering“ spezialisiert hat.

Gerade Samsung Displayeinheiten sind besonders teuer. Kommt ein Kunde beispielsweise mit einem Gerät, welches neu €220,- gekostet hat und nun einen Displayschaden aufweist, so müsste er im Falle einer Reparatur €109,90 inkl. MwSt. bezahlen. Das entspricht, wie man sehen kann, circa dem halben Wert eines Neugerätes. Oftmals habe ich das Gefühl, Samsung setzt die Preise für Ersatzteile absichtlich sehr hoch an, damit sich einerseits der Kunde – auch wenn er gerne etwas für die Umwelt machen würde – gegen eine Reparatur entscheidet und andererseits Samsung wieder ein neues Gerät verkaufen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich ein Kunde nur dann für eine Reparatur entscheidet, wenn das Gerät erst wenige Wochen alt ist.

Meiner Meinung nach müsste man hier mal ansetzen und die großen Hersteller dazu verpflichten, Ersatzteile günstiger abzugeben, oder die Geräte mit Strafzöllen für höhere CO2 Ausstöße aufgrund neu produzierter Ware zu besteuern. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass auch das Land Reparaturen mit einem Bonus fördern könnte, wie es beispielsweise in Salzburg der Fall ist. Dort erhält der Endkunde bis zu einem Maximalpreis von €100 die Hälfte der Reparaturkosten ersetzt. Aber ja vielleicht kommt da ja auch noch was in Vorarlberg.

Geräte von fast allen Marken hat er bereits repariert

 

Viele Akkus sind nicht austauschbar. Kannst du uns ein paar nützliche Ratschläge geben, wie man die Lebensdauer verlängern kann? Was ist die beste Ladezeit, um den Akku zu schonen? Darf man das Handy ständig am Ladekabel lassen?

Also bei Smartphones sind nicht nur viele, sondern alle Akkus austauschbar. Das Prinzip ist eigentlich recht einfach erklärt. Der Akku sollte nicht permanent vollständig entladen und wieder geladen werden, da die Elektroden des Lithium-Ionen-Akkus stark belastet werden und die Lebensdauer dadurch beeinträchtigt werden kann. Je mehr Ladezyklen ein Akku besitzt, desto schwächer wird er im Laufe der Zeit. Aus diesem Grund sollte man diese Anzahl möglichst gering halten. Dies erreicht man, indem man den Akku nicht von 0 % auf 100 % lädt, sondern immer im Bereich zwischen 20% – 80%. Prinzipiell sollte man das originale Ladezubehör nutzen, da dieses genau für das entsprechende Modell konzipiert wurde. Von Powerbanks oder nicht zertifizierten Netzsteckern raten wir aus diesem Grund ab.

Sind nämlich die Zellen beschädigt, kann es zu einer Tiefenentladung kommen. Die Folge ist, dass das Gerät erst nach langer Zeit oder gar nicht mehr angeht. Im schlimmsten Fall muss man den Akku ersetzen. Darüber hinaus sollte man den Akku sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützen, da er auch dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Ist der Akku einmal voll geladen, so sollte man diesen vom Strom nehmen. Bleibt das Gerät am Kabel, so wird entweder Erhaltungsstrom geliefert oder der Ladevorgang bricht ab. Fällt der Akku unter den Nennwert, so beginnt ein neuer Ladevorgang. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für den Akku.

 

Wie kann man das Handy vor Sturzschäden und Glasbruch schützen? Welche Tipps hast du für uns, um Kratzer oder Risse zu verhindern? Welche Schutzhülle empfiehlst du und wie sieht es mit Displays aus Gorillaglas aus?

Prinzipiell empfehlen wir Schutzhüllen, die über die Kanten des Gerätes gehen, denn genau dort kommt es zu den meisten Displayschäden. Darüber hinaus empfehlen wir eine Hartglas-Folie, welche die gesamte Fläche des Displays abdeckt und keine Ränder offenlässt. Dadurch verhindert man auch Kratzer am Display. Ist das Display einmal verkratzt, so muss man entweder damit leben oder das Display austauschen. Bisher gibt es keine vernünftige Möglichkeit, diese zu entfernen, also am besten von Beginn an eine Folie am Gerät anbringen!

Die beiden empfehlen Schutzhüllen, die über die Kanten gehen

 

Hochtechnische Geräte mit Schwachstellen

Die heutigen Smartphones sind mit einer beeindruckenden Anzahl an Funktionen ausgestattet. Gleichzeitig weisen sie aber auch viele Schwachstellen auf. Als Experte für Reparaturen muss sich Fabian Schnetzer ständig weiterbilden, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. So kann er oft kleine Fehler entdecken und kostengünstig beheben, ohne dass man sich ein neues Gerät kaufen muss. Trotzdem sind viele Ersatzteile – wie beispielsweise Displays – sehr teuer in der Anschaffung. Daher sollte man darauf achten, das Handy mit Folien und Hüllen zu schützen, sowie den Akku zu schonen, um Reparaturkosten zu vermeiden und die Lebensdauer der Geräte zu verlängern.

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