CultureClub – Erfolgreich gelebte Mehrsprachigkeit

Veröffentlicht am 27 März 2019 von Verena Arnold
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Eine asiatische Sprache wie etwa Chinesisch oder Indonesisch zu sprechen gilt hierzulande als sehr komplex und wird noch immer als exotisches Ausnahmetalent gesehen. Auch LehrerInnen solcher Sprachen gehören eher als Seltenheit und nur wenig Einrichtungen und Sprachschulen bieten derartige Sprachen überhaupt an. Eher spärlich fällt auch das Angebot an Lehrbüchern und anderer Literatur zu Sprachen aus Ost- und Südostasien aus. Das macht es nicht gerade einfach einen tieferen Eindruck in diese Sprachwelten zu erhalten. Umso wertvoller sind also Orte, die anderen Menschen ermöglichen, diese ja nicht unwichtigen Sprachen aus dem asiatischen Raum zu erlernen.

Matthias Azhari ist 35 Jahre alt und lebt seit ca. 10 Jahren in Wien. Geboren und aufgewachsen ist er in Deutschland. Anfang der 2000er Jahre hat er für einige Jahre in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gelebt und dort erste tiefgreifende Erfahrungen in Bezug auf Asien gesammelt. Zurück in Europa hat er seinen Wohnort nach Wien verlegt und transkulturelle Kommunikation in den Sprachen Deutsch, Chinesisch und Japanisch am Institut für Translation der Universität Wien sowie der Universität für Fremdsprachen in Peking studiert.

Im Jahr 2006, nach Abschluss des Studiums, ist er dann mit CultureClub in die Selbstständigkeit gestartet und bietet seitdem in Wien Sprachkurse für Chinesisch, Indonesisch und Japanisch auf unterschiedlichen Niveaustufen an. Dabei entwirft er, aufgrund des Mangels an geeigneter Literatur, die Lehr- und Übungsmaterialen für Indonesisch sogar zur Gänze selbst, mit dem Anspruch, möglichst authentische Sprache zu vermitteln. Neben Fremdsprachen sind auch Seminare und Trainings für Firmen Teil des Angebots, in denen interkulturelle Kompetenzen mit einem starken Fokus auf Asien vermittelt werden. Noch dieses Jahr ist eine erste Erweiterung des Sprachangebots geplant, so dass man bei CultureClub bald auch Koreanisch spricht. Mit der Ausweitung des Sprachangebots werden dann auch andere TrainerInnen bei CultureClub dazukommen.

Unser Interviewpartner Matthias Azhari bietet Sprachkurse für asiatische Sprachen an

 

Matthias, Deutsch ist ihre Muttersprache, aber sind sie zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen? Welche Vorteile hat das ihrer Meinung nach?

Meine Muttersprache ist Deutsch, ich bin allerdings einsprachig aufgewachsen und mit Fremdsprachen eigentlich erstmalig durch den Englisch-Unterricht in der Schule in Kontakt gekommen. Mit 19 Jahren, als ich meinen Lebensmittelpunkt für einige Jahre nach Jakarta, Indonesien verlegt habe, begann für mich ein langer Weg des Lernens, der mich auch nach China und Japan geführt hat. Durch meine Ehe und meinen Freundeskreis findet heute ein Großteil meines Privatlebens eigentlich auf Indonesisch und teilweise auch auf Chinesisch statt. Irgendwie hatte ich nie große Probleme, mich auf ein völlig anderes kulturelles und sprachliches Umfeld einzulassen.

Ich glaube durchaus, dass Mehrsprachigkeit etwas sehr Nützliches, sowohl für die Zukunft wie auch die persönliche Entwicklung eines Kindes ist und auch noch viele andere Vorzüge mit sich bringt. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man sich auch später als Erwachsener eine Fremdsprache zu eigen machen kann. Wichtig dabei ist vor allem, dass man innerlich flexibel ist und die eigene Identität nicht auf Singularität beruhen lässt. Beispielsweise verhält und fühlt sich der Matthias auf Deutsch zum Teil ganz anders als auf Indonesisch.  Aber nicht nur das Ich, sondern die ganze Welt switcht soz. beim Wechsel von einer in die andere Sprache mit. Die Realität auf Deutschen und Indonesisch kann mitunter schon sehr gegensätzlich sein und sich vor allem ganz anders anfühlen.

Nichtsdestotrotz besitze ich wie jeder andere Mensch natürlich einen gewissen Charakter und Mehrsprachigkeit bedarf keiner Aufgabe meines Selbst. Im Endeffekt tun wir das alle ja irgendwie, denn im Berufsleben verhalten und geben wir uns auch anders als zu Hause mit der Familie. Somit bin ich auch im Deutschen nicht immer der gleiche Matthias, auch wenn es sich dabei um zwei unterschiedliche Dimensionen handelt. Anders und etwas chinesischer ausgedrückt, darf man sich generell nicht über Probleme oder Grenzen beim Lernen von Fremdsprachen wundern, wenn man dabei versucht ein bereits volles Glas anzufüllen und nichts neues hineingehen mag. Ich würde sagen für das Lernen von Sprachen muss man nicht unbedingt ein Kind sein, sondern nur wie eines lernen.

 

Wie kann ich mich in das richtige Sprachlevel einstufen? Oder übernehmen das Profis für mich?

Also grundsätzlich steht es jedem frei, sich selbst einzustufen. Bei der Anmeldung für eine weiterführende Kursstufe wird also nicht wirklich ein Nachweis der vorhergehenden Kursstufe verlangt. Solange die TeilnehmerInnen sich wohl fühlen und dem Kurs inhaltlich folgen können, sehe ich keinen Anlass, sie von irgendetwas abzuhalten. Hin und wieder ist sich jemand unsicher und schwankt zwischen zwei Niveaustufen. Ich versuche dann individuell für die jeweilige Person die geeignetere Lösung auszumachen.

Falls gewünscht, mache ich selbstverständlich auch einen Einstufungstest, allerdings brauche ich kein Punkteschema um einschätzen zu können, ob das Sprachlevel einer Person für A2 reicht, oder der A1-Kurs eindeutig der passende ist. Man etwas komplexes wie Sprache und Kommunikation nicht in ein Punkteschema pressen. Oft bzw. immer ist es auch stark von der Persönlichkeit und den Lerngewohnheiten einer Person abhängig. Letztendlich geht es mir dabei hauptsächlich darum, dass man sich wohl fühlt und gleichzeitig die eigenen Ziele am besten erreichen kann.

 

Arbeiten Sie lieber mit kleinen oder größeren Gruppen?

Wie meistens entscheide ich mich für die Mitte. Für derartig fremdartige Sprachsysteme ist eine große Gruppe mit mehr als acht Personen sehr anstrengend. Eine Sprache wie Japanisch in einer großen Gruppe zu unterrichten kann dann auch für die TeilnehmerInnen recht anspruchsvoll sein. So ein Sprung in ein ganz anderes Sprach- und Denksystem erfordert schließlich eine entsprechende Betreuung und Begleitung. Das ist oft auch in kleinen Gruppen schon schockierend genug.

Zu kleine Gruppen können hingegen zum Teil etwas demotivierend für beide Seiten sein und auch methodisch lässt eine Gruppe mit zwei TeilnehmerInnen wenig Spielraum. Dazu kommt, dass in einer Gruppe mit zwei bis drei Personen alle stark voneinander Abhängig sind. Am liebsten sind mir Gruppen zwischen vier und acht Personen.

 

Haben sie auch AbgängerInnen, die weiterhin die erlernte Sprache üben wollen? Was können Sie ihnen bieten?

Wenn sich genügend TeilnehmerInnen für einen Aufbaukurs finden, biete ich diesen gerne an. Weiter besteht auch immer die Möglichkeit Privatunterricht zu buchen. Ich gebe bereits in den Kursen schon viele Tipps und Anregungen, die Sprache zu konsumieren und im Alltag zu gebrauchen. Vor allem das Internet bietet da wunderbare Möglichkeiten. Ansonsten haben alle TeilnehmerInnen auch einige Monate nach dem Kurs noch Zugang zur E-Learning-Plattform von CultureClub, wo Übungen, Videos und andere Medienbeiträge in der jeweiligen Fremdsprache für sie zur Verfügung stehen.

Die Kurse gibt es für unterschiedliche Levels

 

Ein Ort, der Menschen zusammenbringt

CultureClub ist ein Ort, der Menschen einen positiven und authentischen Zugang zu fremden Sprachen und Kulturen vornehmlich aus dem asiatischen Raum gibt. Daneben besteht ein Angebot an kulturübergreifenden Seminaren und Workshops, die interkulturell sensibilisieren, um sich selbst und andere kulturell wahrzunehmen. Für Unternehmen und Vereine sind auch Themen wie Diversität, der Umgang mit dem Fremden und Migration, wie auch Seminare im Bereich Kommunikation verfügbar.

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